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Schule Dürerstraße in Ganderkesee Fahrradstand weicht Neubau für Musik- und Werkunterricht

Von Thomas Deeken | 05.09.2019, 16:35 Uhr

Am Mittwochabend tagte der Ganderkeseer Schulausschuss: Das ist alles an der Grundschule Dürerstraße und an den Oberschulen geplant.

CDU-Ratsherr Timo Spille hat sich zwar über die hohen Kosten für einen Neubau für den Musik- und Werkunterricht an der Grundschule Dürerstraße erschreckt. Am Ende der kurzen Diskussion im Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport am Mittwochabend stimmte er aber genauso wie alle anderen Ausschussmitglieder für das Projekt, das nach derzeitigen Schätzungen rund 950000 Euro kosten soll.

Fahrradanlage wird verlegt

Der neue Klassentrakt soll dort entstehen, wo sich derzeit noch die Fahrradanlage befindet. Die soll von dort aus Richtung Feuerwehrzufahrt im Bereich des dortigen Neubaus verlegt werden.

Hortgruppen ab August 2021

Das jetzt geplante neue Gebäude vor dem Schuleingangsbereich soll deshalb gebaut werden, weil – wie von Spille im März 2018 beantragt – ein Hort in der Schule eingerichtet werden soll. Dafür gab es am Mittwochabend ebenfalls nur Ja-Stimmen im Ausschuss. Der Beschluss: Ab 1. August 2021 soll es zwei Hortgruppen im Hauptgebäude der Grundschule geben – und zwar dort, wo sich jetzt noch zwei Klassenräume plus Nebenraum befinden. Aus den Räumen für Werken und Musik werden dann später Klassenzimmer. Mit allem Drum und Dran werde das Projekt einschließlich Umgestaltung der vorgesehenen Räume in einen Hort mehr als eine Million Euro kosten, sagte Sieglinde Jahn, Fachbereichsleiterin für Schule Jugend und Sport, gegenüber dieser Zeitung: „Ich glaube aber nicht, dass wir die 1,1-Millionen-Euro-Grenze überschreiten.“

Politiker wollen Kontakt zu Schulen

Als „schwere Geburt“ hat sich im Ausschuss die Diskussion über einen besseren Kontakt von Politik zu Schulen und Schülern erwiesen. Marcel Dönike von der SPD-Fraktion hatte angeregt, dass Bürgermeisterin Alice Gerken mit Ratspolitikern einmal pro Schuljahr die Oberschulen in Ganderkesee und Bookholzberg besuchen sollten, um sich dort den Fragen der Schüler zu stellen. Dieser Antrag wurde auch von UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek unterstützt. Schließlich zeige der Antrag auch Bürgernähe.

Tenor: Lieber nicht in die Schule gehen

Dagegen sprachen sich andere Ausschussmitglieder wie Jens Volbert (Grüne), Marion Daniel (FDP), Volker Schmidt (Freie Wähler) sowie Timo Spille (CDU) und auch Jan-Michael Braun, Leiter der Oberschule an der Ellerbäke, der zu Gast war, um über das künftige Ganztagsangebot an seiner Schule zu sprechen, gegen Dönikes Antrag aus. Der Tenor dabei: Schüler sollten eher ins Rathaus eingeladen werden. Man sollte zuvor aber nachfragen, was die jungen Leute tatsächlich interessiert und das Ganze dann in kleinerem Rahmen auf die Beine stellen. Und auf jeden Fall müsse ein Konzept her. Am Ende einigten sich alle einstimmig auf den Vorschlag des neuen Ersten Gemeinderats Matthias Meyer. Danach soll die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen und den Schülervertretungen sowie Vertretern der Politik ein Konzept für Veranstaltungen mit Ratsmitgliedern für die beiden Oberschulen organisieren.

Hin zum offenen Ganztagsangebot

Zuvor hatte Schulleiter Braun angekündigt, das sogenannte teilgebundene Ganztagsangebot mit Pflichtteilnahme an seiner Schule in ein offenes und damit wieder freiwilliges Angebot umwandeln zu wollen. Der Grund: Die Oberschule an der Ellerbäke hat Brauns Angaben zufolge seit 2011 mehr als ein Drittel der Schüler verloren, die zum Teil lieber zur Ganderkeseer Oberschule gehen würden. Eine Umfrage habe ergeben, dass Eltern zwar im Prinzip mit der Bookholzberger Schule zufrieden seien. Viele von ihnen würden aber ein offenes Ganztagsangebot bevorzugen und ihre Kinder deshalb nicht in Bookholzberg anmelden. Bei einem freiwilligen Angebot hätten die Jugendlichen wieder mehr Zeit für Aktivitäten in Vereinen, bei Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk, so Braun.

Einstimmiges Ja aus der Politik

Mit ihren Ja-Stimmen unterstützten die Ausschussmitglieder schließlich den Antrag der Schule, um ab 2020/21 wieder ein freiwilliges Angebot an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften vorlegen zu können. Bis zum 1. Dezember dieses Jahres hat die Schulleitung jetzt Zeit, den Antrag auch bei der Schulbehörde einzureichen.