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Dramatische Ausbildungssituation Gastwirte und Hoteliers im Oldenburger Land schlagen Alarm

Von Thomas Deeken | 18.02.2019, 08:13 Uhr

Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) stuft die Ausbildungssituation in der Branche Restaurants, Gaststätten und Hotels im Oldenburger Land als dramatisch ein. Jetzt geht sie neue Wege, um Auszubildende zu finden.

„Für uns Betriebe eine super Gelegenheit, jetzt vor dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres Werbung für unsere Ausbildung zu machen.“ So hat Gastronom Jens Burgdorf von der Huder Klosterschänke auf zwei neue Videos reagiert, die die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) jetzt gemeinsam mit dem IHK-Tourismusausschuss produzieren ließ und die für die Ausbildungsberufe Restaurantfachmann/-frau und Koch/Köchin werben sollen

Es mangelt an Bewerbern

Viele Restaurants, Gaststätten und Hotels in der Region würden gern mehr ausbilden, weiß IHK-Sprecherin Stefanie Buhrs. Doch es mangele an Bewerbern. Die IHK bezeichnet die Ausbildungssituation in der Branche deswegen auch als dramatisch.

Zwei Azubis Hauptdarsteller

„Es muss sich dringend etwas ändern, deshalb werden wir aktiv“, sagt Bernard Sieger vom Gasthof Sieger in Thüle im Landkreis Cloppenburg, Vorsitzender des Tourismusausschusses. Deshalb seien die Videos gedreht worden – "zwei Clips, die auf den Punkt bringen, was diese Berufe ausmacht und wer für sie geeignet ist", heißt es in einer Mitteilung der IHK. Hauptdarsteller sind die beiden Azubis Denise Gesche und Maurice Bayer aus dem Oldenburger Land. Die Zielgruppe: Jugendliche in der Berufsorientierung.

Betriebe können die Clips einbinden

Die IHK will diese Clips selbst verbreiten, aber auch allen interessierten Betrieben für ihr Ausbildungsmarketing frei zur Verfügung stellen, informiert Stefanie Buhrs. Sie können die Filme auf ihren Internetseiten und Social-Media-Kanälen einbinden. „Die neuen IHK-Filme werden Aufmerksamkeit schaffen und junge Menschen motivieren, sich in der Gastronomie zu bewerben", ist sich Carola Havekost, Geschäftsführerin für Tourismus und Gastgewerbe bei der IHK, sicher.

Weniger Verträge abgeschlossen

2018 haben die Betriebe im Gastronomiegewerbe 284 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Vergleich zum Jahr 2013 39 Verträge oder 12,1 Prozent weniger, berichtet Stefan Bünting, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung. „Die Firmen haben große Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Ausbildung im Gastronomiebereich muss deshalb attraktiver werden. Das liegt in der Verantwortung der Betriebe. Und sie muss besser vermarktet werden. Hier liefern wir einen Ansatz", so Bünting.

Weitere Informationen für Schulabgänger gibt es online unter www.ihk-oldenburg.de/gastroAusbildung. Betriebe werden unter www.ihk-oldenburg.de/gastrofilm näher informiert.