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12. Dreschfest in Vielstedt Treckerfreunde zeigen Landleben wie zu Opas Zeiten

Von Dirk Hamm | 30.08.2015, 23:32 Uhr

Zahlreiche betagte Landmaschinen haben beim Dreschfest in Vielstedt das Herz von Oldtimerfreunden höherschlagen lassen. Dazu gab es Einblicke in die Landwirtschaft in früheren Zeiten.

Für einen Tag ist Vielstedt zum Mekka der Treckerfreunde geworden: Zahlreich pilgerten die Besucher gestern zum 12. Dreschfest auf dem Feld hinter dem Vielstedter Bauernhaus und nahmen die historischen Landmaschinen in Augenschein, die zu Hunderten in Reih und Glied aufgestellt waren. „Es werden jedes Mal mehr“, stellte Mitorganisator Gerold Schlötelburg von den „Frünn van de ole Landmaschin“ mit Blick auf die beeindruckende Trecker-Armada fest. Beim Dreschfest, mit dem zugleich das 25-jährige Jubiläum des Vielstedter Vereins gefeiert wurde, waren neben den vereinseigenen Maschinen mehr als 150 Trecker zu besichtigen, auf denen Treckerfreunde von Vereinen aus dem weiteren Umkreis im gemütlichen Tempo angereist waren.

Hausarbeit anno dazumal in alter Waschküche

Die betagten Nutzfahrzeuge waren nicht die einzigen Attraktionen, die die „Frünn van de ole Landmaschin“ aufzubieten hatten. Auf dem 40000 Quadratmeter großen Ausstellungsgelände boten viele Stationen die Möglichkeit, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Eine Zeit, in der beispielsweise eine moderne Waschmaschine noch Zukunftsmusik war und die Frauen sich damit abplagten, die schmutzige Wäsche auf dem Waschbrett zu schrubben. Vereinsmitglied Birgit Wiechmann baute dazu mitten auf dem Feld eine originalgetreue Waschküche auf und demonstrierte zusammen mit ihren Mitstreiterinnen die Hausarbeit anno dazumal. Wer wollte, durfte es selbst einmal ausprobieren.

Auch an anderer Stelle gab es vor allem für die kleinen Besucher Möglichkeiten, sich selbst zu betätigen. So durften die Kinder bei Schmied Michael Osterloh mit dem Brenneisen einen Schriftzug in ein Stück Holz brennen. Und begehrt war auch die Mitfahrt auf einigen der alten Trecker, die die Kleinen auch selbst steuern durften.

Wie die Landwirtschaft vor Jahrzehnten betrieben wurde, konnte an mehreren Stationen nachverfolgt werden. Etwa auf der Dreschtenne, auf der Vereinsmitglieder in historischer Kluft demonstrierten, wie mit beherztem Schwingen des Dreschflegels die Spreu vom Korn getrennt wurde.

Treckerfreunde nutzen Fest zum Tauschen von Teilen

Für viele der Treckerfreunde bestand der Reiz der Veranstaltung vor allem in der Begegnung mit Gleichgesinnten. „Ich bin zum Schnacken hier“, verriet zum Beispiel Rainer Punke. Der Kassenwart der Treckerfreunde Wöschenland hat 30 historische Zugmaschinen aus den Jahren 1939 bis 1962 zu Hause stehen. Der Besuch beim Dreschfest sei auch eine gute Gelegenheit, untereinander Ersatzteile für die motorisierten Lieblinge zu tauschen, meinte Punke.

Bereits an den Vortagen standen die Landfahrzeuge im Mittelpunkt des Geschehens am Vielstedter Bauernhaus. Am Freitagabend wurde das alte Konzept des Autokinos geringfügig zum „Treckerkino“ umgemodelt, zu sehen waren Folgen der NDR-Fernsehserie „Neues aus Büttenwarder“. Am Samstag übernahm die Landjugend die Regie beim Geschicklichkeitsfahren mit den Zugmaschinen und der abendlichen Party.