Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

14 Heuschreckenarten in Ganderkesee Klimaerwärmung treibt das Heimchen in den Ort

Von Katja Butschbach | 21.01.2015, 21:05 Uhr

14 Heuschreckenarten hat der Runde Tisch Natur in der Gemeinde Ganderkesee festgestellt. Die Insekten benötigen zum Überleben selten gemähte Wiesen – hier kann jeder Bürger helfen.

14 Heuschreckenarten gibt es in der Gemeinde Ganderkesee – darunter sind laut Carsten Wünker aus dem Rathaus auch seltenere und anspruchsvollere Arten wie die Sumpfschrecke, die Große Goldschrecke und die Säbeldornschrecke. Die 14. Art ist eine Grille – das Heimchen. Sie habe sich als Folge der Klimaerwärmung auch im nordwestdeutschen Raum stark ausgebreitet. In den Sommernächten falle sie durch ihr andauerndes Zirpen auf.

Gezählt wurden die Heuschreckenarten in der Gemeinde erstmals 2012, erläutert der Runde Tisch Natur. Das Bündnis von Landwirten, Jägern, Naturschützern, Kommunalpolitikern und Verwaltungsmitarbeitern erklärt, dass den Heuschrecken im Siedlungsraum mit einigen Maßnahmen geholfen werden könne. „Grundsätzlich sind viele Heuschrecken ein Hinweis auf ökologisch intakte Flächen“, so der Runde Tisch.

Wer Heuschrecken helfen möchte, sollte „möglichst auf Düngung verzichten und kleine Wiesenflächen anlegen, die nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden“. Die meisten Arten leben am Boden in Grasbeständen und legen ihre Eier im Boden ab. Sie könnten sich nicht in Vegetationsbeständen entwickeln, die regelmäßig gemäht werden, so Landschaftsökologe Dr. Klaus Handke.

Laut Hans Fingerhut vom NABU Ganderkesee hilft es auch, kleine Brachflächen von wenigen Quadratmetern anzulegen. „Ist man in Besitz von größeren Wiesenflächen von einigen 100 Quadratmetern, ist auch eine abschnittsweise Mahd sinnvoll.“ Kräuterreiche Wiesen seien für Heuschrecken viel besser geeignet als dichte Grasbestände.

Wegränder, Grabenränder und Abgrenzungen von Grundstücken nicht regelmäßig oder spät im Jahr zu mähen ist laut Reinhold Schütte ebenfalls hilfreich. Auch Schmetterlinge und andere Tiere profitierten von diesen Maßnahmen.

Der Runde Tisch Natur hat in der Vergangenheit bereits über andere Tierarten in der Gemeinde informiert – etwa über Fledermäuse und Frösche .