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150.000-Euro-Investition geplant Tierheim Bergedorf übernimmt mehr Fundtiere

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 27.05.2016, 18:53 Uhr

Die Betreiber des Tierheims in Bergedorf wollen im Sommer, spätestens im Herbst, mit dem Neubau eines Katzenhauses beginnen. Die Erweiterung wird nötig, weil Fundtiere aus den Gemeinden Hatten und Großenkneten ab 2017 dort unterkommen sollen.

„Im Sommer, spätestens im Herbst wollen wir mit dem Neubau des Katzenhauses beginnen“, kündigt Mark Ungnade, Betreiber des Tierheims in Bergedorf, an. Die Pläne und Anträge lägen dem Bauamt des Landkreises Oldenburg vor. „Wir hoffen, bald grünes Licht zu bekommen, um die finalen Gespräche mit der Bank einleiten zu können“, erklärt er.

Kosten für den Umbau im Tierheim Bergedorf liegen bei 150.000 Euro

Neben dem größeren Katzenhaus solle ein Behandlungsraum für den Tierarzt entstehen. Das Büro werde verlegt, um den Quarantänebereich zu vergrößern. „Im Flur sollen größere und geflieste Boxen entstehen, vor dem Tierheim wird ein Eingangsbereich angebaut. Das werden wir aber vermutlich erst gegen Ende 2017 in Angriff nehmen“, erläutert Ungnade. Das Katzenhaus habe Priorität. Die Kosten dafür schätzt Ungnade auf rund 150.000 Euro.

Tierheim Bergedorf übernimmt Fundtiere aus Hatten und Großenkneten

Die Erweiterung der Kapazitäten wird nötig, weil die Gemeinden Großenkneten und Hatten ihre Fundtiere ab 2017 im Tierheim Bergedorf unterbringen wollen. Die Gemeinde Hatten hat allerdings nur einen Vorvertrag mit dem Tierheim geschlossen. Dieser Vorvertrag beinhaltet laut Heike Kersting, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters in Hatten, eine Klausel bezüglich Ermittlungsverfahren, die gegen die Betreiber des Tierheims Bergedorf laufen. „Ein endgültiger Vertrag kommt nur zustande, wenn das Ermittlungsverfahren eingestellt wird“, erläutert Kersting.

Vorwürfe gegen Tierheim Bergedorf

Einen Termin für die Verhandlung aufgrund des „verbleibenden Vorwurfs wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen einen Tierarzt und die Betreiber des Tierheims“ gibt es laut Amtsrichter Thomas Pünjer vom Amtsgericht Delmenhorst nicht. Bisher sei keine genaue Terminierung möglich gewesen. Das Gericht werde sich voraussichtlich Anfang August mit dem Fall befassen.

Gemeinden beteiligen sich nicht an Investitionen

Wenn die Vorgaben des Vorvertrags erfüllt werden, vereinbart Hatten eine Vertragslaufzeit von drei Jahren mit dem Tierheim Bergedorf, genau wie Großenkneten. „Wenn der Vertrag dann nicht gekündigt wird, verlängert er sich jeweils um ein Jahr“, beschreibt Frauke Asche, Ordnungsamtsleiterin in Großenkneten. An den Investitionen für den Ausbau des Tierheims werden sich die Gemeinden nicht beteiligen.

Zusammenarbeit mit Tierschutzgruppe Wildeshausen beendet

Rund 40 Fundtiere aus Großenkneten und zwei Hunde, sieben Katzen sowie drei Kaninchen aus Hatten betreut derzeit noch die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW). Die Verwaltungen betonen, dass eine Zusammenarbeit mit dem Tierheim Bergedorf keine Entscheidung gegen die TSGW gewesen sei. „Allerdings war die Planungssicherheit in Wildeshausen damals nicht gegeben“, erklärt Asche. „Die Zusammenarbeit war aber immer gut“, bestätigt Kersting.

Auch die Stadt Wildeshausen beendet derweil die Zusammenarbeit mit der TSGW, da die für den Betrieb nötigen Genehmigungen des Veterinäramtes des Landkreises Oldenburg nicht in Aussicht gestellt wurden und ein Tierheim nicht bis Oktober dieses Jahres in Betrieb genommen werden kann.

Vertragsverlängerungen ungewiss

Aktuell betreut das Tierheim in Bergedorf 40 Katzen und zehn Hunde aus den Gemeinden Ganderkesee, Hude, Lemwerder, Berne, den Städten Brake, Delmenhorst und Bremen. „Der Vertrag mit der Stadt Bremen wurde allerdings zum 31. Dezember 2016 gekündigt“, räumte Ungnade ein.

Der Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales der Gemeinde Hude hat hingegen vorgeschlagen, den Vertrag mit dem Tierheim Bergedorf ab dem 1. Juli zu verlängern. Über Details wie die Dauer des Vertrages und die Abrechnungsmodalitäten wird im Verwaltungsausschuss am 2. Juni beraten.