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18-Jähriger bringt sich ein Yared Dibaba lobt jungen Flüchtling in Falkenburg

Von Inga Gillerke | 01.02.2016, 17:06 Uhr

Der fernsehbekannte Plattsnacker Yared Dibaba, vor vielen Jahren aus Äthiopien nach Deutschland gekommen, und der junge Albaner Dervish Erkoceviq hatten sich viel zu erzählen. Inga Gillerke, ehrenamtlich im Hospiz tätig und Organisatorin der Spendenaktion für Flüchtlinge in Falkenburg, war dabei.

„Moin Yared, wi geiht di dat?“ So verlief der erste Kontakt zwischen Yared Dibaba und Dervish Erkoceviq, als sie sich am vergangenen Samstag das erste Mal trafen. Ziemlich verdutzt reagierte der fernsehbekannte Plattsnacker Dibaba, als der 18-jährige Albaner vor ihm stand, plattdeutsch mit ihm sprach und anschließend in der deutschen Sprache fortfuhr. Beide verbindet offenkundig vieles. Da war es überfällig, sich einmal persönlich zu unterhalten und auszutauschen.

Dibaba kam einst aus Äthiopien nach Deutschland

Dibaba, Schirmherr des Laurentius Hospizes in Falkenburg, landete als Kind als Vertriebener aus Äthiopien in Falkenburg. Heute ist er bei seinem Ehrenamt im Hospiz mit dem Herzen dabei und engagiert sich, so oft es geht. Dervish Erkoceviq, 18 Jahre alt, ist als Flüchtling aus Albanien gekommen und in Falkenburg gelandet. Im Gespräch über seine Vergangenheit in Albanien merkt man dem jungen Mann durchaus an, wie schwer diese gewesen sein muss. Aber nicht nur eine schwere Vergangenheit verbindet die beiden.

Auch Dervish engagiert sich ehrenamtlich im Hospiz und hilft, so oft man ihn braucht, im Garten des Hospizes oder bei hausmeisterlichen Tätigkeiten. Auch übersetzt er ehrenamtlich für andere Flüchtlinge, jedoch fehle ihm oft die Kraft.

Begeistert von Unterstützung in Oldenburg

Auf die Frage, warum er sich ehrenamtlich engagiere, sagte Erkoceviq: „Viele Falkenburger haben Dinge gespendet für alle Flüchtlingsfamilien im Ort, auch für meine Familie. Dass Menschen einfach zu uns herkommen und fragen, was Du brauchst, das ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, sollte immer geholfen werden, so sieht das Erkoceviq. Dabei dürfe keine Rolle spielen, „wie sie sind, was sie machen oder woher sie kommen“. Er selbst kenne nur zu gut das Gefühl, auf Hilfe angewiesen zu sein, ohne eine nahestehende Person in seiner Nähe zu wissen. „Ich möchte nicht, dass andere Menschen das erleben müssen.“

„Solche Menschen wie Dervish brauchen wir“

Respekt und Herzlichkeit prägten die Begegnung der beiden – und Erkoceviq lächelte. Das war zuletzt nicht immer der Fall.

„Solche Menschen wie Dervish brauchen wir hier in Deutschland“, sagte Dibaba frei heraus. „Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, die anderen Menschen helfen, sich integrieren und sozial und wirtschaftlich in die Gesellschaft einfügen.“

Er bewundere den jungen Albaner dafür, wie er kämpfe, ohne zu wissen, wie es weitergeht, und auch dafür, in welch gutem Deutsch er nach nur einigen Wochen bereits mit ihm rede. „Selbst einige Begriffe der plattdeutschen Sprache sind ihm vertraut, wobei er damit seinen Klassenkameraden am Gymnasium vielleicht sogar einiges voraus hat“, zeigte sich Dibaba angetan. „Ich wünsche ihm viel Kraft für die Zukunft und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen.“