Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

2017 Investitionen in Schulen und Kitas Ganderkeseer Haushalt kommt ohne Neuverschuldung aus

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 03.11.2016, 16:25 Uhr

Die gute Einnahmenlage macht es möglich: Der Gemeindehaushalt soll 2017 nach Jahren erstmals wieder ohne Neuverschuldung auskommen, sogar eine Tilgung wird möglich. Im Fokus der Investitionen des kommenden Jahres steht neben Schulen und Kitas als größer Posten die Freibadsanierung.

Vorgestellt haben den Entwurf am Donnerstag Bürgermeisterin Alice Gerken und der Leiter des Fachdienstes Finanzen und Personal Matthias Meyer. „Unstrittiges zuerst“, so kann man die Linie der Verwaltung bei der Ausgabenplanung bezeichnen.

Großes Ausgabenpaket geschnürt

Das von der Verwaltung geschnürte Ausgabenpaket für das kommende Jahr ist groß, enthält aber „nur Investitionen, die notwendig sind, und über die wir schon seit Jahren gesprochen haben“, betonte die Bürgermeisterin.

„Haushalt der Schulen, Kinder und Jugend“

Von der Investitionsseite her sei dieser Haushalt „einer der Schulen, Kinder und Jugend“, so die Verwaltungschefin. Die Gemeinde kann sich die Investitionen leisten. Verantwortlich für die gute Finanzlage der Gemeinde sind sprudelnde Steuereinnahmen. Der Ergebnishaushalt startet mit einem satten Überschuss von 447.500 Euro. „In den ersten drei Quartalen dieses Jahres hatten wir eine außerordentlich gute Gewerbesteuerentwicklung“, so Meyer. Auch 300.000 Euro mehr an Gewerbesteuermehreinnahmen auf dann 10,5 Millionen sowie ein Einkommenssteuerplus von rund 220.000 Euro tragen ebenso dazu bei wie Grundsteuermehreinnahmen.

Hohe Personalkosten

Ausgabenseitig größter Posten sind die Personalkosten mit 16,34 Millionen Euro – rund ein Drittel des Haushaltsvolumens. Tarifsteigerungen machen davon allein 283.000 Euro aus. Auch Kita-Bauten im Gemeindenorden und -süden sowie die Montessori-Krippenerweiterung schlagen 2017/18 ins Kontor.

Grundschulen sollen saniert werden

Auch Sanierungen und Erweiterungen an den Grundschulen Dürerstraße und Bookholzberg sind geplant. Dort sollen jeweils die Verwaltungstrakte auf den Stand gebracht werden, das kostet zusammen rund eine Million Euro. Nicht vergessen worden sei die Grundschule Lange Straße, beteuerte Alice Gerken. Da der neue Schulleiter Rene Jonker aber noch an einem Konzept für die Schule arbeite, wolle man mit größeren baulichen Veränderungen abwarten. Sicher ist: „Eine Sanierung ist fällig“, versprach die Bürgermeisterin.

Freibadsanierung kostet Millionen

Größtes Vorhaben über alle Bereiche des Haushalts wird die Sanierung des Freibades am Heideweg. Mit rund vier Millionen Euro Modernisierungskosten rechnet die Verwaltung in den nächsten Jahren. Nicht einbezogen sind Überlegungen, 2019 ein neues Kursbecken anzulegen.

Haushalt soll noch im Dezember verabschiedet werden

Geraten hatte dazu die von der Verwaltung in Auftrag gegebene Bäderstudie. Um das Ziel zu erreichen, den Haushalt noch vor der Weihnachtspause durch den sich am 10. November konstituierenden Rat zu verabschieden, seien Ausgaben mit absehbarem Diskussionsbedarf in einem Nachtragshaushalt vorgesehen, hieß es.

Posten für Quartiersmanager könnte entstehen

Der Wunsch von Ganderkesees innerörtlichen Gewerbetreibenden, angesichts der drohenden Ortskernverödung nach einem „Kümmerer“ , der sich um eine wirtschaftliche Belebung sorgt, könnte schon bald Gehör finden: Ein jetzt vom CDU-Ratsherrn Ralf Wessel gestellter Antrag, in der Haushaltsplanung 2017 eine entsprechende Stelle für die Wirtschaftsförderung vorzusehen , soll bereits im kommenden Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen am 1. Dezember behandelt werden.

Stelle zunächst auf zwei Jahre befristen

Mit dieser Idee kann sich auch die Verwaltung anfreunden: Sie schlägt die Schaffung einer zunächst auf zwei Jahre befristeten Stelle eines „City-Managers“ vor. Der Posten mit einer Eingruppierung in die Entgeltgruppe zehn soll bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt sein. Der oder die Beschäftigte soll sich auch ums Eventmarketing kümmern.