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22300 Tiere betroffen Neuer Fall von Geflügelpest in Hude

Von Andreas Satzke, Andreas Satzke | 27.12.2016, 16:20 Uhr

Nachdem am Heiligabend in einem Betrieb in Dötlingen bereits 10.000 Puten getötet werden mussten, wurde nun in einem zweiten Betrieb in Hude der Erreger des Typs H5N8 nachgewiesen.

Nach dem Auftreten der Geflügelpest am Heiligabend in einem Betrieb in der Gemeinde Dötlingen ist am Dienstag der zweite Fall des Ausbruchs des Erregers vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Standort in Hude mit fünf Ställen in denen Mastputen gehalten werden, informiert das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg. Insgesamt 22300 Hähne und Hennen im Alter von 16 Wochen, müssen getötet werden.

72-Stunden-Stand-Still angeordnet

Wie schon in Dötlingen wurde auch für die Gemeinde Hude ein 72-Stunden-„Stand-Still“ angeordnet. In diesem Bereich befinden sich laut Angaben des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 112 landwirtschaftliche Betriebe mit rund 450000 Stück Geflügel. Während des „Stand-Stills“ ist die Beförderung von Geflügel, dessen gewonnenen Erzeugnissen und tierischen Nebenprodukten von Geflügel untersagt. Davon ist lediglich der Durchgangsverkehr auf der A28 ausgeschlossen. Diese Verordnung wird bis zum 30. Dezember, 12 Uhr, andauern. Die Bestände im Radius von einem Kilometer um den Betrieb werden nun auf das Vogelgrippevirus hin untersucht. Zudem wurde ein Sperrbezirk mit mindestens drei Kilometern Radius sowie ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern eingerichtet.

Sperrbezirk wird nach 21 Tagen aufgelöst

Ob es Verbindungen zwischen dem Hof in Hude und dem Hof in der Gemeinde Dötlingen gegeben hat, ist bislang unklar. Im Gemeindegebiet Dötlingen ist der Stand-Still Dienstag um 16 Uhr abgelaufen. Dort gelten nun die Maßnahmen des Sperrbezirks sowie des Beobachtungsgebietes. Im Sperrbezirk müssen die Tiere im Stall gehalten werden und dürfen nicht transportiert werden. Auch das Transportieren von Geflügel sowie dessen Produkten zu Betrieben und von Betrieben ist untersagt. Es können jedoch Sonderanträge gestellt werden, wie Carsten Görner vom Veterinäramt des Landkreises Oldenburg informiert. Ähnliches gilt für das Beobachtungsgebiet. Zudem dürfen keine Geflügelausstellungen und Geflügelmärkte stattfinden.

Etwa 6,7 Millionen Stück Geflügel in Beobachtungsgebieten

Der Sperrbezirk wird nach 21 Tagen aufgelöst, sofern die Aufhebungsuntersuchungen erfolgreich waren und es keine neuen Fälle gegeben hat. Danach gelten die Bestimmungen des Beobachtungsgebietes auch dort. „Insgesamt können frühestens nach 30 Tagen nach einem Ausbruch alle Maßnahmen aufgehoben werden, sofern keine neuen Ausbrüche auftreten“, informiert Carsten Görner weiter. In beiden Beobachtungsgebieten zusammen befinden sich nach Angaben des Landkreises rund 890 Geflügelhaltungen mit etwa 6,7 Millionen Stück Geflügel.

Geflügelpest führt zu wirtschaftlichem Schaden

Für den Besitzer der Mastputenanlage ist ein wirtschaftlicher Schaden beim Ausbruch der Geflügelpest und dem Töten der Tiere unausweichlich. „Es gibt zwar eine Tierseuchenkasse, durch die ein Teil des Verlustes abgedeckt wird, jedoch nie zu hundert Prozent“, sagt Kreislandwirt Jürgen Seeger. Auf etwa 90 Prozent schätzt Seeger die Erstattung.

„Wir haben in den letzten Jahren im Landkreis Glück gehabt, sind von Ausbrüchen verschont geblieben“, erzählt Seeger. Putenställe seien besonders gefährdet, da diese nicht an allen Seiten mit Mauern geschützt seien. Der starke Wind sowie die kalten Temperaturen der letzten Tage seien sicherlich mitverantwortlich für die Ausbreitung, meint Seeger.