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30 Kinder aus neun Ländern Deutsch lernen im Feriensprachcamp in Ganderkesee

Von Reiner Haase | 07.10.2015, 18:08 Uhr

Die Bürgerstiftung Ganderkesee holt 30 Kinder in ein Feriensprachcamp im Umweltzentrum Hollen. Bei Spiel und Spaß werden Deutschkenntnisse erworben und vertieft.

30 Kinder aus neun Herkunftsländern sorgen in der ersten Woche der Herbstferien für buntes Leben im Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Hollen. Sie sind die Hauptpersonen eines Sprachcamps, das die Bürgerstiftung Ganderkesee initiiert hat. Eins haben die Kinder bei allen kulturellen Unterschieden gemeinsam: Sie besuchen eine der sechs Grundschulen in der Gemeinde Ganderkesee und befinden sich im ersten oder zweiten Schuljahr.

Qualifizierte Lehrkräfte

Ein engagiertes und qualifiziertes Team hat sich laut Astrid Fuchs von der Bürgerstiftung intensiv auf das Feriensprachcamp vorbereitet. Sieben Lehrkräfte fördern die Kinder an fünf Tagen von 9 Uhr bis 16 Uhr, darunter pädagogische Mitarbeiter wie Bettina Schirdewahn von der auf Sprachförderung spezialisierten Grundschule Bookholzberg, ehemalige Lehrer und Studenten mit dem Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache wie Marvin Wawrzinek. Die Umweltpädagogik bringen drei Freiwilligendienstleistende des RUZ Hollen ein. Hinter allem steht ein Organisationsteam. Am letzten Tag gibt es ein Abschlussfest mit den Familien.

Abwechslungsreiches Programm

Die deutsche Sprache besser beherrschen lernen ja, aber nicht wie in der Schule: „Die Kinder sollen merken, dass sie in einem Feriencamp sind“, betont Wawrzinek. Dafür haben die Beteiligten in etlichen Vorbereitungstreffen ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. „Apfelsaft wird frisch gepresst. Es gibt eine Schnitzeljagd. Mittagessen wird zubereitet und Kuchen gebacken. Und es gibt Bewegungsspiele“, ergänzt Schirdewahn, „wir bilden vier Gruppen, und jede Gruppe durchläuft jede Station.“

Umweltbildung statt Sport

Die Erfahrung lehrt, dass sich nebenbei Wörter und ihre Bedeutung erschließen und sich grammatische Grundstrukturen einprägen. „In der Regel läuft das über Sportkurse. Wir gehen den Weg über die Umweltbildung“, sagt Astrid Fuchs. Das hat sich in der Vorgeschichte ergeben. Fuchs hat im September 2014 einen Informationsabend der Niedersächsischen Sport-Lotto-Gesellschaft in Hannover besucht und während der Rückfahrt entschieden, bei der Stiftung einen Förderantrag mit Beteiligung des RUZ und des Ganderkeseer Schulverbunds einzureichen. „Wir haben nun mal diese wunderbare Einrichtung in Ganderkesee“, sagt sie.

12000 Euro Zuschuss

Kaum vier Wochen später war der Antrag bewilligt; 12000 Euro Zuschuss machen das Feriensprachcamp möglich. Aus den Netzwerken der Bürgerstiftung, des Umweltzentrums und der Schulen bildete sich ein Arbeitskreis, der das Programm Stück für Stück ausgefeilt hat. „Für das nächste Jahr stellen wir einen weiteren Förderantrag“, kündigt Klaus Fuchs, der Vorsitzende der Bürgerstiftung, an.

Erfolge machen selbstbewusst

Die Bookholzberger Schulleiterin Dörte Lohrenz berichtet, dass die Initiative der Bürgerstiftung von den sechs Schulen des Ganderkeseer Schulverbunds unterstützt wird und alle Schulen Kinder für das Camp ausgewählt haben. „Das sind durchweg Kinder mit großem Förderbedarf“, betont sie, Kinder aus deutschen Familien ebenso wie Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Die Lehrerin freut sich auf den ersten Schultag nach den Ferien: „Die Kinder kommen gestärkt zurück. Sie bringen Erfolgserlebnisse mit, denn fürs Kochen und Äpfelschälen bringen alle die gleichen Voraussetzungen mit.“