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3200 Euro jährlich Landkreis-Bewohner lassen sich Urlaub etwas kosten

Von Thomas Breuer | 02.12.2017, 15:14 Uhr

Kofferpacken im Landkreis Oldenburg: Vom Kind bis zum Senior liegen die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus im Schnitt bei jährlich 3200 Euro.

Die Reiselust steht im Landkreis Oldenburg offenbar hoch im Kurs. Das jedenfalls legt eine regionale Tourismus-Datenanalyse nahe, die das Pestel-Institut jetzt erstmals für die Initiative „Auf Zukunft gebucht“ der Tourismuswirtschaft gemacht hat. Diese wollte wissen, wie viel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist.

Demnach geben die Menschen aus dem Landkreis Oldenburg nahezu 407 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus – von der Landpartie bis zur Pauschalreise und von der Radtour bis zum Städtetrip. Vom Kind bis zum Senior liegen die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus damit bei 3200 Euro im Jahr.

10 Prozent Nahrung, 19 Prozent Tourismus

„Rund 19 Prozent von dem Geld, das die Einwohner im Landkreis ausgeben, fließt in den Tourismus“, bilanziert Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts. Für Nahrungsmittel seien es nur zehn Prozent: „Ähnlich wie im Kreis Oldenburg liegt die Ausgabe hier bundesweit bei durchschnittlich 1800 Euro pro Kopf und Jahr“.

Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit „ein starker Wirtschaftsfaktor – auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben“. Das zeige, dass das „Reiseziel Deutschland“ nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Attraktivität wäre noch zu steigern

Dabei wäre die Attraktivität des Tourismus nach Ansicht von Günther sogar noch zu steigern, meint der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) als Koordinator der Initiative „Auf Zukunft gebucht“. Dies fange bereits bei der unterschiedlich hohen Besteuerung von Speisen an: „Es ist nicht einzusehen, warum frisch zubereitetes Essen in Restaurants nicht geringer besteuert wird – nämlich mit 7 statt der bislang fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer“, sagt BTW-Generalsekretär Michael Rabe. Dies sei schließlich bei fertigen Produkten aus dem Supermarktregal oder von der Ladentheke in Bäckereien und Metzgereien, die ‚auf die Hand‘ verkauft werden, völlig normal.

Auch die Luftsicherheitsgebühren wälze der Staat – anders als beispielsweise in Spanien, Italien oder in den USA – auf die Reisenden und Unternehmen ab.

Die Branche appelliert daher jetzt in einem „Tourismus-Brief“ an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich politisch für ein „günstigeres Reiseklima“ einzusetzen: „. Es wird Zeit, die Stellschraube staatlicher Kostentreiber im Tourismus zurückzudrehen.“