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380-kV-Leitung Ganderkesee: TenneT spricht mit Eigentümern

Von Katja Butschbach | 13.07.2015, 20:52 Uhr

Netzbetreiber TenneT startet in dieser Woche Gespräche mit Eigentümern der Flächen, über die die 380-kV-Leitung Ganderkesee – St. Hülfe führen soll.

Die Landvolk-Kreisverbände aus Oldenburg, Diepholz und Mittelweser hatten jetzt eine jährliche Entschädigung gefordert, während von TenneT eine Einmalzahlung vorgesehen ist. Die Verbände gaben die Empfehlung, die Vereinbarung zur Nutzung ihres Geländes nicht zu unterzeichnen.

Inga Wilken, Referentin für Bürgerbeteiligung bei TenneT, erklärte gestern, dass ein persönliches Gespräch der Eigentümer mit TenneT noch keine Zustimmung bedeute – eine Verweigerung sei auch danach noch möglich. Im Gespräch erhalten die Eigentümer Informationen zum Vorgehen.

Verweigerung verzögert Bau der Strecke nicht

Eine Verweigerung der Unterschrift wird, so Wilken, „den Bau nicht verzögern“. Denn für diesen Fall gebe es ein Eilverfahren: wenn es um Baumaßnahmen für das Allgemeinwohl gehe, sei eine Verzögerung ab einem gewissen Punkt nicht mehr zumutbar.

„Uns ist es lieber, eine Einigung zu finden“, sagt Wilken. Eigentümer, die vor dem Planfeststellungsbeschluss, der für Ende des Jahres erwartet wird, die Dienstbarkeitsverfügung eintragen lassen, erhalten eine Beschleunigungszulage. Auch gibt es eine Aufwandspauschale für die Eigentümer. Die Entschädigung liegt bei 20 Prozent des Verkehrswertes für die Überspannung. Auch Flurschäden oder Ernteausfälle werden entschädigt.

Seit September 2014 mit Landvolk im Gespräch

Seit September 2014 sei man mit dem Landvolk im Gespräch. Man könne der Forderung des Landvolks nach einer jährlichen Entschädigungszahlung nicht nachkommen, da hierfür zuvor ein Bundesgesetz geändert werden müsste.

Die Entscheidung darüber, welche der Trassen – die Antragstrasse mit zwei Erdkabel- oder die Alternativtrasse mit sieben Erdkabelabschnitten – gebaut wird, soll Ende 2015 fallen. Ob in Ganderkesee die Erdverkabelung unterbrochen wird oder nicht, steht noch nicht fest, so das Landesministerium für Straßenbau und Verkehr.