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380-kV-Leitung in Ganderkesee TenneT rüstet Umspannwerk in Schlutter auf

Von Thorsten Konkel | 12.06.2015, 16:53 Uhr

Vier Millionen Euro investiert der Strom-Übertragungsnetzbetreiber TenneT derzeit in die Aufrüstung seines Umspannwerks in

Die Arbeiten sollen im November beendet sein. Vorerst Höhepunkt der Modernisierungsarbeiten zur Umsetzung der Energiewende ist seit Freitag der Einbau einer haushohen Kompensationsspule.

Schwertransport zum Umspannwerk

Ein Schwertransporter hatte das über 100 Tonnen schwere Element in der Nacht zum Freitag angeliefert.

Spule stabilisiert Stromnetz

Die Kompensationsspule, die von der Firma Alstom in Istanbul angefertigt wurde, soll angesichts der schwankenden Strommengen, die von Solar- und Windstromanlagen eingespeist werden, die Netzstabilität gewährleisten.

Öko-Strommenge schwankt

Denn mit dem Abschalten großer Kraftwerke fehlen bald planbare Stromquellen, die schwankende Öko-Strommengen ausgleichen. Drei 110-kV-Leitungen und eine 380-kV-Höchstspannungsleitung führen derzeit über das Umspannwerk. Die seit Freitag im Einbau befindliche Spule dient allein der Absicherung des bestehenden 380-kV-Leitungsnetzes. Die sichere Verknüpfung der regionalen 110 Kilovolt Verteilnetze mit dem eigenen 380-Kilovolt-Übertragungsnetz sei ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende, betont TenneT.

Doch nicht nur zu diesem Zweck laufen am Standort in Schlutter die Arbeiten zur Modernisierung der Anfang der 1980-er Jahre gebauten Installationen. Die Steuerungs- und Anlagentechnik wird auch auf die kommende Höchstspannungstrasse vorbereitet. Sie soll vom Ganderkeseer Umspannwerk nach St. Hülfe führen.

Planfeststellungsverfahren läuft noch

Die geplante Trasse befindet sich aktuell noch im Planfeststellungsverfahren. Das Pilotprojekt ist wegen seines geringen Anteils von Erdverkabelung bei Anwohnern sowie bei den fünf davon betroffenen Kommunen umstritten. Das Niedersächsische Umweltministerium hatte den Kommunen erst am 5. Juni jede Hoffnung auf Zugeständnisse genommen.

Leitungsabstände geringer

Sogar der 200-Meter-Abstand der Freileitung zur Wohnbebauung könnte unterschritten werden. TenneT erwartet die Planfeststellung noch in diesem Jahr. Bereits im kommenden Monat sollen die Baugrunduntersuchungen für den Freileitungsmastbau beginnen. Die Grundstückseigentümer hat TenneT nach eigenen Angaben darüber schon benachrichtigt.

143 Freileitungsmasten

Genehmigt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die von TenneT eingereichte Antragstrasse, so werden 143 Feileitungsmasten errichtet. Eine ebenfalls eingereichte Alternativtrasse würde über zusätzliche Erdverkabelung verfügen – zu wenig, beklagen die Betroffenen.