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4. Jazzfestival in Ganderkesee Jazz und Chorgesang vor kleinem Publikum

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.08.2016, 22:41 Uhr

Das Ganderkeseer Jazzfestival hätte mehr Publikum verdient gehabt. Die Hörnerven wurden vor allem beim Chor- und Jazzkonzert in der Kirche gestreichelt.

Zum vierten Mal ein Jazz-Festival in Ganderkesee – aber noch nicht richtig etabliert: Gerade einmal 70 Besucher haben am Freitagabend, 19. August, beim ersten Teil des Festivals die Sankt-Cyprian-und-Cornelius-Kirche alles andere als gut gefüllt. Und den Weg zum zweiten Teil im Kulturhaus Müller auf der anderen Straßenseite hat kaum die Hälfte der Jazz-Freunde gefunden.

Feine Begegnung von Chor und Trio

Mit dem Gehörten und Miterlebten waren die Gekommenen allerdings vollauf zufrieden. In der Kirche gab es eine ganz feine Begegnung von Chorgesang des Kammerchores Oldenburg mit einem Jazz-Trio um den Intendanten Dr. Klaus Fey. Im Kulturhaus erntete das Trio Solea Beifall. Club-Atmosphäre mochte wegen der strengen Bestuhlung nicht aufkommen.

Schrittweise zum Miteinander

Geschickt der Programmaufbau des Konzerts in der Kirche: Chorgesang und Jazz näherten sich in Etappen an; die thematische Leitplanke gab das biblische Hohelied der Liebe vor. Erst sanft schwingende Chorklänge zur Renaissance-Vertonung Tomás Luis de Victorias, dann, etwas abgesetzt, harmonischer Jazz des Trios um Klaus Fey. Nach impressionistischer Vertonung von Rilke-Gedichten wurde der letzte Ton der Chorsänger vom Saxophonisten Klaus Fey aufgenommen und mit mit Klavier- und Bassbegleitung nahtlos in swingenden Jazz übergeleitet. Bei der zeitgenössischen Vertonung des Hohelieds durch Nils Lindbergh dann die Vereinigung von Chor- und Jazzmusik: „Jazz and Spirit“, das Motto des Abends, wurde fühlbar eins. Die Hörnerven wurden gestreichelt. Erinnerungen an Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble wurden geweckt.