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4x4-Konzerte Vier Mal Musik ganz anders

Von Mareike Bader | 10.09.2017, 19:52 Uhr

Von Barock im Haus Müller bis hin zu Jazz-Klassik-Crossover im Neuen Rathaus: Die 4x-4-Konzerte präsentierten zum zweiten Mal eine große Bandbreite der Musik.

„Das ist mal was anderes“, sagte eine Besucherin nach dem Akkordeonkonzert mit Alexandre Bytchkov. In nur 30 Minuten hatte er den gut 50 Besuchern im Alten Rathaus die Vielseitigkeit seines Instrumentes gezeigt. Wendig, mit feinem Gespür für die Dynamik und einem kleinen Augenzwinkern spielte Bytchkov die Arie des Figaros aus Giachono Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ und griff so den komödiantischen Charakter der Oper auf.

Zum Ende seines Konzertes verblüffte Bytchkov gleich zwei Mal. Das Volkslied, das man in Deutschland unter „Mein Hut, der hat drei Ecken“ kennt und auch in vielen anderen Liedern einen volktümlichen Text versehen bekommen hat, sei eigentlich italienischen Ursprungs, erklärte der Akkordeon-Spieler. Daraufhin spielte er eine Variation des Geigenvirtuosen Niccolò Paganini, bei der die eigentliche Melodie äußerst kunstvoll umspielt wurde. Alexandre Bytchkov überraschte bei den 4x4-Konzerten im Alten Rathaus mit seinem Akkordeon-Spiel. Foto: Mareike Bader

Raffinierte und ruhige Barockmusik

Ruhig, aber sehr raffiniert waren die Töne im Haus Müller. Anders als Alexandre Bytchkov am Akkordeon konnten Cembalistin Paulina Kilarska und Wibke Oppermann an der Traversflöte nicht mit kraftvollen Tönen punkten. Dafür ergänzte sich der warme weiche Klang der Flöte wunderbar mit dem klaren Klang des Cembalos. Bei der Wahl der Ensembles werde mit Bedacht auf die Räumlichkeiten ausgewählt, erklärte Steinmetz im Gespräch. Der eher kleine Raum im Haus Müller war akustisch die perfekte Wahl für das Duo.

Gleiches gilt für das Klaviertrio in der Kirche St. Cyprian und Cornelius, die „Die vier Jahreszeiten“ von Astor Piazolla spielte. Ursprünglich hatte der berühmte argentinische Tango-Komponist das Werk für Orchester komponiert, in Ganderkesee erklang eine Bearbeitung für das kleine Ensemble. Der Nachhall der gotischen Kirche ließ den Klang des Trios aufblühen. Piazolla hatte Strukturen des gleichnamigen Werkes von Antonio Vivaldi übernommen.

Kraftvoll und sanft durch die Jahreszeiten

Mal kraftvoll wie ein Herbstwind, mal sanft wie eine Sommerromanze ging es durch die Jahreszeiten – eben im Tango. Es war herrlich wie hoch und leicht Josteen Ellée seine Geige im „Sommer“ singen ließ und dann tief, derb und kräftig beim „Herbst“. Anna Reisener am Cello und Kantor Thorsten Ahlrichs am Klavier boten perfekte Gegenparts, die sich wie beim Tango Argentino tänzerisch eng umspielten.

Lebhaft und doch gediegen erklang das Konzert für Gitarre und Jazzklaviertrio im Neuen Rathaus. Trotz des hohen Foyers war der Klang satt und warm. Einige Zuhörer hatten sich im oberen Stockwerk einen Platz gesucht, um einen besseren Blick auf die vier Musiker zu haben, die auch die ein oder andere Soloeinlage spielten.

Bereits zum zweiten Mal fanden die „4x4-Konzerte“ in der Mitte Ganderkesees statt. „Es ist nicht ganz ausverkauft“, sagte Wiebke Steinmetz von der VHS. 200 Besucher hörten in vier Gruppen aufgeteilt vier Konzerte. Die Bandbreite ging von Barockmusik im Haus Müller bis hin zu Jazz-Klassik-Crossover im Neuen Rathaus. Zwischen den Konzerten wurde sich beim kulinarischen Pausenangebot des Rotary-Clubs rege ausgetauscht. „Das ist das Dankeschön“, sagte Steinmetz über die zufriedenen Besucher. Die Einnahmen des Caterings gehen an das Nachhilfe-Förderprojekt „Schüler für Schüler“, berichtete Rotarier-Präsident Wilfried Wilkens.