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6. Grode Plattdüütsche Week Preisträgerin mit Hartpuckern in Ganderkesee

Von Birgit Stamerjohanns | 11.11.2018, 15:32 Uhr

Helga Seeba alias Helga Maria Christoffer erhält zum Auftakt der 6. Groden Plattdüütschen Week den Platt-Ganter. Schauspielerin Sabine Kaack hat Heiteres und Besinnliches vorgelesen.

Eine Bürgermeisterin, so meint man, ist redegewandt und dank der unzähligen Termine in der Öffentlichkeit niemals aus der Ruhe zu bringen. Eine Ansprache auf Plattdeutsch allerdings gehört nicht zur Stellenbeschreibung – nicht einmal in Ganderkesee. Auch wenn das Niederdeutsche zum Markenzeichen der Gemeinde geworden ist, wie Alice Gerken bei der Eröffnungsveranstaltung der 6. Groden Plattdüütschen Week am Freitagabend vortrug, op platt. Dabei überkam sie allerdings das, was gerade zum plattdeutschen Wort des Jahres gekürt wurde: Hartpuckern – Herzklopfen. Denn Ganderkesees Bürgermeisterin hat zwar Plattdeutsch gelernt, allerdings fehlt ihr nach eigenen Angaben ein bisschen die Übung. Die Eröffnung der 6. Groden Plattdüütschen Week gelang Alice Gerken trotzdem mühelos.

Hartpuckern zur Eröffnung

Jeden Grund für Hartpuckern hatte zum Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung im Rathaus die Schriftstellerin Helga Seeba: Sie erhielt vor gut 100 Gästen den Platt-Ganter für ihre zahlreichen Geschichten in plattdeutscher Sprache. Dem Publikum ist sie besser als Helga Maria Christoffer bekannt, unter anderem hat sie zahlreiche Kolumnen im Delmenhorster Kreisblatt veröffentlicht und mehrere Bücher geschrieben. „Ich bin fix und fertig“, so die Preisträgerin, als sie den Platt-Ganter in den Händen hielt. „Hartpuckern“ sei absolut untertrieben: „Ich zittere am ganzen Körper!“ Die 82-Jährige hat sich übrigens für das Pseudonym entschieden, weil ihre Geschichten aus ihrem eigenen Lebensumfeld stammen. So wollte die Hobby-Schriftstellerin, die gebürtig aus der Nähe von Bremervörde stammt, nicht ihre Familie ins Gerede bringe. Meistens stimme zwar, was sie schreibt, aber wenn es nicht anders geht, müsse sie auch einmal ein bisschen flunkern.

Wie schön plattdeutsche Erzählungen und Gedichte klingen

Wie schön plattdeutsche Erzählungen und Gedichte klingen können, wenn sie den mit dem nötigen Einfühlungsvermögen vorgetragen werden, bewies am Eröffnungsabend der Platt-Woche die Schauspielerin Sabine Kaack.