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8000 Mitglieder stimmen ab „Mit breitem Kreuz“ für Bürgerhaus in Ganderkesee

Von Katja Butschbach | 02.03.2015, 20:16 Uhr

Der Seniorenbeirat fordert ein Bürgerhaus – und will seine Mitglieder nach ihrer Meinung dazu befragen. Laut Vorsitzendem Uwe Lisson ist ein zentraler Treffpunkt für die Zukunft der Gemeinde wichtig.

Ein Bürgerhaus für alle Generationen, zentral im Ortskern gelegen, neutral und barrierefrei: Der Seniorenbeirat Ganderkesee will das seit vielen Jahren diskutierte Thema bei seiner Jahreshauptversammlung am 14. April behandeln – und laut Vorsitzendem Uwe Lisson seine Mitglieder um Zustimmung bitten. „Wir wollen mit breitem Kreuz vor die Ratsmitglieder treten und sagen: ‚Bewegt euch‘“, erklärte Lisson. Denn in den 36 Mitgliedsorganisationen sind insgesamt 8000 Mitglieder vereint.

Hausaufgabenhilfe und Internetcafé

Hausaufgabenhilfe und Schülerbetreuung seien dort möglich, Lesepaten könnten Schüler treffen, und auch Theaterprojekte und Internetcafé kann Uwe Lisson sich in einem Bürgerhaus vorstellen. Gerade Selbsthilfegruppen bräuchten einen geschützten Rahmen, und auch für Migranten, die derzeit wieder verstärkt in die Gemeinde kommen, wäre ein Bürgerhaus eine gute Anlaufstelle auf neutralem Boden. „Das Bürgerhaus ist für alle, nicht nur für Senioren.“

Auch Cafeteria soll einziehen

Lisson stellt sich einen großen Raum für 100 bis 150 Personen vor, der bei Bedarf teilbar ist. Eine Art Cafeteria, die von einem Wohlfahrtsverein betreut werden sollte, sei ebenfalls wichtig. Kleinere Treffpunkte könnten ein so umfangreiches Angebot nicht bieten, meint Lisson.

Teuer, aber notwendig

Man sei sich bewusst, dass das Anliegen mit hohen Kosten verbunden sei, eventuell müsse die Gemeinde auch Rücklagen bilden. Aber: Ein Bürgerhaus sei notwendig für die Zukunft der Gemeinde Ganderkesee. „Wenn sich hier nichts tut, bin ich mir nicht sicher, ob die Gemeinde nicht ins Hintertreffen gegenüber anderen Gemeinden gerät“, sagt Lisson, und spricht das Thema Abwanderung an. „Wir können das nicht ewig hinausschieben.“

2011 bereits Workshop zum Thema

Das Thema Bürgerhaus beschäftigt den Seniorenbeirat schon seit fünf Jahren. 2011 gab es einen Workshop zum Thema; die damals formulierten Ziele seien noch immer gültig. Selbsthilfegruppen sollen kostenlos Räume nutzen können, eine Informationsbörse soll entstehen. Die Forderung nach einem Bürgerhaus wird aus den Mitgliedsorganisationen auch immer wieder an den Seniorenbeirat herangetragen, Vereine wollten sich dort etwa zentraler präsentieren können.

Altes Aldi-Haus oder Trend als Standort denkbar

Zur Standortfrage meint Lisson: „Super wäre das alte Aldi-Haus.“ Es sei zentral direkt beim Rathaus gelegen und damit auch direkt neben dem dort beheimateten Freiwilligenforum. Auch das Trend sei denkbar: „Die Jugend nach oben, die Senioren nach unten.“ Kurz war die Idee aufgekommen, im Obergeschoss des alten Feuerwehrstandortes an der Urneburger Straße ein Bürgerhaus einzurichten. „Aber das hätte die Kosten überschritten. Seitdem ist nichts mehr passiert.“

Die Gemeinde ist zur Nachnutzung des Aldi-Gebäudes derzeit in vielen Gesprächen. Wenn es hier etwas Neues geben sollte, werde dies im Ausschuss diskutiert, erklärte die Gemeinde gestern.