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Ab Januar Kinderbegleitung Hospizkreis will Umgang mit Tod in Ganderkesee aus Tabuzone holen

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 07.11.2017, 08:21 Uhr

Der Tod kommt nicht nur zu denen, die bereits ein langes Leben hinter sich haben. Für betroffene Kinder und deren Angehörige baut der Hospizkreis langsam eine Kinderhospizbegleitung auf.

Die Tür steht offen an der Rathausstraße: Das Thema Sterben und Tod aus der Tabuzone herausholen, gerade auch im Vorfeld der kommenden „stillen Feiertage“, dieses Ziel verfolgt der Hospizkreis Ganderkesee-Hude an seinem neuen Standort in Ganderkesees Ortsmitte aus gutem Grund: „Der Bedarf, sich Hilfe zu holen, wächst ebenso wie der Wunsch, zu Hause sterben zu können“, berichtet Linda Bahr, eine der drei Koordinatorinnen.

Ambulante Kinderhospizbegleitung

Dass der Tod aber nicht immer nur zu denen kommt, die bereits ein langes Leben hinter sich haben, schockiere Angehörige von betroffenen Kindern und Jugendlichen besonders. „Das ist gegen die Natur“, so Bahr.

Bedarf wächst

Weil aber gerade bei der ambulanten Kinderhospizbegleitung die umliegenden Einrichtungen wie die Stiftung Hospizdienst Oldenburg, das Kinderhospiz Löwenherz in Syke und das Bremer Kinderhospiz Jona bereits an ihre Grenzen stoßen würden, werde der Hospizkreis ab dem kommenden Januar zusätzlich eine Kinderhospizbegleitung einrichten.

Zeitgleich 21 Begleitungen

Derzeit laufen beim Hospizkreis zeitgleich 21 Begleitungen von Menschen im Alter von 90 bis Mitte 40. Darum freut sich die Koordinatorin über die gute Beteiligung an dem in der vergangenen Woche gestarteten neuen Vorbereitungskurs auf das schwierige Ehrenamt. „Neun Frauen und ein Mann machen dabei mit“, sagt Bahr.

Für die Kinderhospizbegleitung gelten indes noch höhere Anforderungen. Auch aufbauende Kurse sind hierfür notwendig.

Strukturen im Aufbau

Koordinatorin Sina Bachmann ist gerade mit der Ausarbeitung der Strukturen beauftragt. „Kinder zu begleiten, das heißt, mit einer zweiten Kraft im Tandem zu arbeiten“, erläutert Bahr. Denn neben der emotionalen Kraft seien auch Aufwand und Zeitdauer wesentlich höher „Wir begleiten dabei immer das ganze System aus Kind, Familie und gegebenenfalls auch Geschwistern“, erklärt sie und betont: „Wir arbeiten grundsätzlich nur auf den Feldern, wo wir es uns zutrauen und Kapazitäten an Ehrenamtlichen haben.“ Darum soll die Kinderbegleitung auch nur ganz langsam und vorsichtig wachsen.

Öffentlichen Präsenz steigern

Rascher vorangehen darf es da mit der öffentlichen Präsenz der Ehrenamtlichen: Mit niederschwelligen Angeboten wie die Neuauflage eines Back- und Lesebuchs oder der am Sonntag in der Divarena höchst erfolgreich verlaufene Comedyabend mit Ingo Oschmann will der Hospizkreis das Thema Sterben nicht nur in das Bewusstsein rücken, sondern auch Geld für die wichtige ehrenamtliche Arbeit akquirieren. Das Buch „Es muss nicht immer Butterkuchen sein“ ist zum Preis von zehn Euro im Hospizbüro an der Rathausstraße 19 sowie bei Bürobedarf Stöber und in der Huder Buchhandlung „Lesen & Mehr“ erhältlich.

Benefizabend am 14. Januar 2018

Starthilfe für den Aufbau der ambulanten Kinderhospizbegleitung wird am 14. Januar die abendliche Benefizveranstaltung „Ingo Oschmann und Friends“ geben. Preise und Uhrzeit des Beginns stehen noch nicht fest. Eines ist aber sicher: „Alle Erlöse gehen an uns für den Aufbau der ambulanten Kinderhospizbegleitung“, betont Bachmann.