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Abfall im Landkreis Oldenburg Landkreis fragt Bürger nach gelbem Sack oder Tonne

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 08.05.2018, 23:55 Uhr

Der Landkreis Oldenburg fragt die Bürger, ob sie den gelben Sack behalten oder auf die gelbe Tonne umsteigen wollen. Deren Entscheidung wird Teil des neuen Abfallwirtschaftskonzepts.

Die Bürger sollen entscheiden, ob sie Verpackungsabfälle künftig in gelben Säcken oder in einer stabilen, dafür aber auch voluminöseren Tonne sammeln und für die Abfuhr bereitstellen wollen. Offen ist allerdings, wann die Tonnen bei entsprechendem Ergebnis der Bürgerbefragung eingeführt werden. „Wenn wir den rechtsgültigen Vertrag mit dem Dualen System ändern wollen, reden wir nicht von diesem Jahr oder von 2019“, sagte Landrat Carsten Harings am Dienstag im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Kreistags.

FDP/Freie Wähler schwenken um

In einer ausgiebigen Diskussion ließ die FDP-Fraktion die Forderung der Gruppe FDP/Freie Wähler fallen, den Wechsel vom Sack zur Tonne direkt einzuleiten. „Die Kritik am gelben Sack wächst“, konstatierte Gruppensprecherin Marion Daniel anfangs. Überdies hätten andernorts nur wenige Bürger an einer solchen Umfrage teilgenommen. Mit „nicht so gutem Gefühl“ ließ Daniel sich umstimmen, nachdem mehrere Abgeordnete anderer Fraktionen sich für den vom Gutachter Dr. Christoph Tiebel vorgeschlagenen Weg ausgesprochen hatten, die Bürger mitreden zu lassen. Andrea Oefler (SPD) und Patrick Scheelje (AfD) waren sich einig in der Forderung, stabilere Säcke einzuführen, falls das Umfrageergebnis das Beibehalten des Sammelns in Säcken ergibt.

Gutachter empfiehlt Online-Befragung

Umstritten war im Fachausschuss auch, ob eine Online-Befragung, wie von Tiebel empfohlen, genügt. Oefler regte an, dem Abfallkalender 2019, der Ende 2018 verteilt wird, eine Umfragekarte beizufügen. Amtsleiter Dieter Hahn wies darauf hin, dass die Frage „Sack oder Tonne“ im neuen Abfallwirtschaftskonzept beantwortet sein soll, das Tiebel, Fachbüro Atus Hamburg, für den Landkreis Oldenburg entworfen hat. Über den Konzeptentwurf soll der Kreistag schon im September entscheiden. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob die Entscheidung über den Teil „Leichtverpackungen“ bis Frühjahr 2019 zurückgestellt werden kann. Dr. Reinhold Schütte (Grüne) baute eine Brücke: „Überlassen wir es doch der Verwaltung, wie sie ein belastbares Meinungsbild zustandekriegt.“