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Abgeordnete stehen Rede und Antwort Schüler diskutieren Flüchtlingskrise in Wildeshausen

Von Thomas Deeken | 17.11.2015, 17:40 Uhr

Woher hat die EU das Geld für die Flüchtlinge? Diese und viele weitere Fragen stellten Berufsschüler ihren Volksvertretern aus Land und Bund bei einer Diskussionsrunde in der BBS am Dienstag.

Bodo Bode, Sozialdezernent des Landkreises, hat am Dienstag noch keinen konkreten Termin nennen können, wann die Widukind-Sporthalle und die Halle beim Gymnasium Wildeshausen nicht mehr als Flüchtlingsunterkünfte benötigt werden. „Wir sind auf der Suche nach anderen Standorten in Wildeshausen und im Kreisgebiet und sind auch schon an mehreren Objekten dran, um die Hallen für den Schulsport und für die Vereine wieder freizuhalten“, sagte Bode bei einer Podiumsdiskussion der Berufsbildenden Schulen (BBS).

Was muss die EU jetzt machen?

In dieser Diskussionsrunde sollte es eigentlich vor allem um die Flüchtlingssituation im Landkreis gehen. Die BBS-Schüler nutzten dagegen eher die Gunst der eineinhalb Stunden, um mit den Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU, Gemeinde Großenkneten) und Susanne Mittag (SPD, Delmenhorst) sowie dem Landtagsabgeordneten Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen, Hannover) über die überregionale Lage zu sprechen.

Was muss die EU jetzt machen? Woher hat die EU das Geld für die Flüchtlinge? Wie sieht es in zehn bis 15 Jahren aus? Und wie verhält es sich nach dem Terroranschlag von Paris eigentlich mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung?

10.000 Euro pro Flüchtling

Die Politiker informierten darüber hinaus, dass künftig knapp 10.000 statt derzeit etwa 9300 Euro pro Flüchtling und Jahr zur Verfügung stünden, dass derzeit rund 300.000 unbearbeitete Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vorlägen und dass neue Anträge laut Onay erst im Mai 2016 gestellt werden können.

Dass man schneller registrieren und Verfahren schneller bearbeiten und sichere und legale Einreisewege finden müsse.

Zurück in die Region: Udo Maier, ehrenamtlicher Helfer in der Samtgemeinde Harpstedt, erinnerte daran, dass man sich bereits vor einem Jahr um Flüchtlinge aus dem Sudan gekümmert habe.

Gemeinde Hatten: „Alles im grünen Bereich“

Und Hattens Bürgermeister Christian Pundt erklärte: „Bei uns ist im Moment noch alles im grünen Bereich“ – dank sehr guter ehrenamtlicher Arbeit und zahlreicher Spenden.

Derzeit gebe es 103 Flüchtlinge, die in Wohnungen untergebracht seien. Werde die Quote im neuen Jahr jedoch verdoppelt, werde es auch in Hatten eng.

Bode informierte, dass in den beiden Turnhallen 500 Plätze eingerichtet worden seien, 420 seien belegt.

Ziel sei es, diese Flüchtlinge auf die aktuelle Quote anrechnen zu lassen und auf die Gemeinden zu verteilen.

Unterbringungsproblem lindern

Zur Information: 400 Flüchtlinge müssen laut Quote noch bis Januar 2016 zusätzlich untergebracht werden. Ein weiteres Ziel: Entwicklung eines Konzepts weg von Notunterkünften hin zu einfachen Wohnungen in Fertigbauweise im gesamten Landkreis, um das Unterbringungsproblem für die nächsten zehn bis 15 Jahre mildern zu können.