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Ärger um Kreisstraße 327 Dötlinger empören sich über Dauerbaustelle K 327

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 13.07.2016, 18:00 Uhr

Die Anwohner in Klattenhof sind außer sich vor Wut. In ihren Augen schreiten der Bau eines Radwegs an der Kreisstraße 327 von Immer nach Brettorf sowie die Asphaltierung derselben Straße zwischen Immer und Klattenhof kaum voran.

„Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten!“, „Tag für Tag sehen wir keinen Fortschritt!“, „die Baufirma ist dem Auftrag nicht gewachsen!“: So reagieren Anwohner in Klattenhof, wenn sie auf die Dauerbaustelle K 327 angesprochen werden. Am Dienstagabend hat die Dorfgemeinschaft mit Mitgliedern der FDP um den Kreistagsvorsitzenden Ernst-August Bode vor Ort „Krisenrat“ gehalten.

Wie Hartmut Menkens, Bezirksvorsteher Klattenhofs, erläuterte, habe sich die Dorfgemeinschaft noch „sehr gefreut“, als der Landkreis Oldenburg Ende Januar dieses Jahres mit dem Ausbau des Radwegs Immer-Klattenhof-Brettorf begonnen habe. Allerdings sei diese Freude auf den entstehenden Radweg bald dem Eindruck gewichen, dass das Bauwerk „vielleicht nie“ fertig werde.

„Zu langsam, zu wenige Arbeiter“

Denn die Bauarbeiter machten sich – sofern sie überhaupt kämen – immer nur zu viert, maximal zu fünft an der Straße zu schaffen, kämen nur im Schneckentempo voran. Menkens und die Dorfgemeinschaft haben bereits Ende Juni Landrat Carsten Harings um Unterstützung gebeten.

Bode bezifferte den Verzug der Arbeiten mit Blick auf die Baustelle auf rund zwei Monate.

„Bauzeitplan gilt nicht“

Er stützte sich dabei auf einen Bauzeitplan, den die Baufirma „Bassumer Tief- und Straßenbau“ (BTS) und der Landkreis Oldenburg Ende April dieses Jahres vorgelegt hätten. Hiernach, so Bode, müssten zwischen Klattenhof und Immer bereits im August die Schwarzdeckenarbeiten beginnen – was augenscheinlich illusorisch sei. Dabei sei insbesondere dort, wo die Straße komplett gesperrt sei, Eile geboten.

Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg und zugleich für die Kreisstraßen zuständig, weist die Kritik der Klattenhofer zurück. Der Landkreis und BTS hätten von vornherein zwölf Monate für die Bauarbeiten angesetzt. Was in einem Bauzeitplan stehe, sei nicht in Stein gemeißelt, es könne immer zu Verschiebungen kommen, etwa durch starke Regenfälle. Genau so sei es im Frühjahr gekommen. Außerdem habe BTS – auch auf Wunsch des Landkreises – Baumaßnahmen innerhalb Klattenhofs solchen außerhalb vorgezogen.

„Baufirma leistet gute Arbeit“

Hahn glaubt, dass die Firma, die bereits „zig Baumaßnahmen zu unserer vollsten Zufriedenheit“ erledigt habe, auch dieses Mal den Zeitplan einhalten und bis zum kommenden Februar mit allen Arbeiten an der K 327 fertig sein werde.