Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ahlhorner Fischteiche gefährdet Grüner warnt vor Kollaps der Ahlhorner Fischteiche

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 24.02.2016, 17:13 Uhr

Naturschützer warnen schon lange vor dem Verlanden der Ahlhorner Fischteiche. Jetzt droht eine teure Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

Der Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald (Grüne) schlägt wegen der anhaltenden Verschlammung der Ahlhorner Fischteiche Alarm. Er schließe sich der Aussage der Naturschutzverbände Nabu Oldenburger Land, Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH) und Mellumrat ausdrücklich an, dass den Fischteichen der Kollaps drohe, betont der Abgeordnete aus dem Wahlkreis Oldenburg.

Zu wenig Wasser mit zu viel Nährstoffen

Die Naturschutzverbände warnen seit Jahren vor der zunehmenden Verlandung der Fischteiche. Sie benennen vor allem zwei Ursachen: Immer weniger Wasser komme mit der Lethe aus dem Landkreis Cloppenburg in die Fischteiche, und dieses Wasser sei übermäßig mit Nährstoffen vor allem aus der Landwirtschaft belastet. Starkes Algenwachstum mit Absterben und Ablagerung auf dem Grund der Teiche ist die Folge. Kritisiert wird auch, dass der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband im Umfeld des Naturschutzgebiets Trinkwasser fördert, was den Grundwasserstand absenke. Verschärft werde die Lage, weil in Halen in der Gemeinde Emstek, im Quellgebiet der Lethe, ein 40 Hektar großes Sandabbaugebiet entstehen soll.

Landkreise und Bund gefordert

Der Sprecher für Umweltpolitik in der Bundestagsfraktion der Grünen sieht regionale Akteure und den Bund gefordert. „Die Landkreise stehen in der Pflicht, Abwägungen zwischen dem Abbau von Bodenschätzen und Naturschutz kritisch zu hinterfragen“, so Meiwald. Weiterhin fragt er, wie der Sandabbau in die Entwicklungskulisse und den Managementplan des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets passe. Der Bundesregierung wirft er ordnungspolitisches Versagen gegen die fortwährende Überdüngung der Böden vor. „Die Düngegesetzgebung wird mit zwei Jahren Verspätung und nur halbherzig novelliert“, sagt Meiwald. Er warnt vor einer Klage der EU und einem Desaster vor dem Europäischen Gerichtshof.