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Andersen-Abend in Ganderkesee Märchenonkel mit Abenteuerlust im Blut

Von Reiner Haase | 28.10.2015, 12:54 Uhr

In Ganderkesee werden am Mittwoch, 4. November, ungewöhnliche Seiten Hans-Christian Andersens aufgezeigt. Worte und Bilder werden von sorgfältig ausgewählter Musik begleitet.

Hans-Christian Andersen ist mehr als ein biedermeierlicher Märchenonkel gewesen. Das Mehr wird der Hochschuldozent und freie Mitarbeiter der Kunsthalle Bremen Detlef Stein den Besuchern eines Andersen-Abends schildern, der am Mittwoch, 4. November, um 19.30 Uhr im Kulturhaus Müller beginnt. Seine mit Bildprojektionen angereicherten Worte umrahmt die preisgekrönte Pianistin Lucy Jarnach mit Musik von Komponisten mit Kontakt zu Andersen. Als zu Wort und Bild passende Musik sind Werke von Franz Liszt und Robert Schumann ausgewählt.

Abenteuerliche Reisen

Im Andersen-Haus im dänischen Odense ist Stein darauf gestoßen, dass der „Märchenonkel“ in einer „grotesk poetischen Anderswelt“ gewirkt hat. Der Dozent schildert Andersen als Autor von Märchen, Gedichtbänden und anderen Texten, aber auch als abenteuerfreudigen Erkunder der Länder auf dem Balkan, in Kleinasien und Nordafrika, der Poesie anhand unzähliger Reisezeichnungen zu Papier gebracht hat.

König als Förderer

Stein berichtet von Förderern, die dem in ärmsten Verhältnissen aufgewachsenen Künstler Zugang zu Schul- und Universitätsbildung verschafft und die Reisen und das Künstlerleben ermöglicht haben. „Zu seinen Förderern zählte der dänische König. Das rückt das Märchen ,Des Kaisers neue Kleider‘ in ein besonderes Licht“, sagt Stein. Er hat auch aufgespürt, dass Andersen bildende Künstler wie Vincent van Gogh und Andy Warhol beeinflusst hat. Der Zeit um ein halbes Jahrhundert voraus gewesen sei Andersen mit dem Anfertigen von Collagen.