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Anfragen übersteigen Kapazität Beschwingtes Sommerfest im Laurentius Hospiz

Von Dirk Hamm | 11.06.2018, 10:12 Uhr

Das Laurentius Hospiz bemüht sich darum, das sensible Thema des Sterbens unverkrampft in die Öffentlichkeit zu tragen.

„Hier ist ein Ort, an dem gut gelebt wird“, macht Irene Müller deutlich, dass die allerletzte Phase des Lebens nicht zwangsläufig mit dem Verlust jeglicher Lebensqualität einhergehen muss. Die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft Mission Lebenshaus als Trägerin des Hospizes freute sich am Samstagnachmittag über zahlreiche Besucher beim sechsten Sommerfest der Einrichtung auf dem Gelände des Dorfparks Falkenburg.

Viele Ehrenamtliche zur Unterstützung

In unbeschwertem Rahmen über ein alles andere als leichtes Thema zu informieren, darin sieht auch Manfred Eckhoff das Hauptanliegen des nicht zuletzt dank der Unterstützung durch Feuerwehr und Ortsverein hervorragend in das Dorfleben integrierten Sommerfests. Eckhoff ist einer von 28 Ehrenamtlichen, die die Arbeit des hauptamtlichen Teams mit 26 Mitarbeitern im Laurentius Hospiz tatkräftig unterstützen. Am Samstag moderierte er ein buntes Programm, das sowohl die Besucher als auch die Bewohner des Hauses im schattigen Garten unterhielt. Die Band Dánacht mit ihrem traditionellen Irish Folk trug ebenso zur Unterhaltung bei wie Tanzeinlagen der benachbarten Tanzschule Ute Wessels.

Platz für acht Bewohner

Die Gelegenheit, mögliche Schwellenängste abzubauen, bot sich Besuchern bei den halbstündig angebotenen Hausführungen. Das Hospiz verfügt über acht Zimmer für Gäste, die laut Müller unterschiedlich lange verweilen, mal wenige Tage, mal einige Monate. Die Nachfrage übersteigt allerdings die Kapazitäten des Hauses: „Wir haben eine große Anfrageliste“, sagt die Geschäftsführerin. Die Folge sind mitunter schwierige Abwägungen: „Es ist oft nicht einfach für die Pflegedienstleistung, zu entscheiden, welchen Gast können wir aufnehmen.“

Im Austausch mit anderen Einrichtungen

In Gesprächen mit den Sterbenden und ihren Angehörigen werde genau erkundet, wie gut der potenzielle Hospizbewohner palliativmedizinisch versorgt ist. Ist eine Aufnahme nicht möglich, sei man beim Kontakt zu anderen Hospizen behilflich, außerdem bestehe ein guter Kontakt zu den Palliativstationen in Delmenhorst und im Bremer Klinikum Links der Weser.