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Angeklagter entschuldigte sich Knapp fünf Jahre Haft für Einbrüche in Hude

Von Ole Rosenbohm | 15.06.2018, 17:00 Uhr

Oldenburg/Hude Knapp fünf Jahre in Haft muss ein 25-Jähriger für Einbrüche in Hude. Das Gericht würdigte sein umfassendes Geständnis bei der Urteilsfindung.

Mit dem Urteil des Landgerichts Oldenburg ist am Freitag eine Einbruchsserie in Hude von September bis November 2017 juristisch aufgearbeitet. Der 25-jährige Angeklagte aus Bremen hatte Einbrüche in 13 Häuser rechts und links des Bahnhofs zugegeben. Insgesamt erbeutete er Gegenstände im Wert von rund 40.000 Euro. Verurteilt wurde der Mann jetzt zu vier Jahren und zehn Monaten Haft. Zudem wurde seine Unterbringung in einer Drogenentzugsklinik angeordnet.

Angeklagter wollte in Hude „Geld machen“

Nach eigenen Angaben hatte er auf einer Bahnfahrt gesehen, dass er in Hude wohl „Geld machen“ könnte. Geld, das der arbeitslose Mann ohne Ausbildung und Perspektive für Cannabis, Pokern im Kasino und für Geldspielautomaten brauchte. Fortan setzte er sich häufig in den Zug, schlenderte durch den Ort und stieg schließlich in Häuser ein. Abgesehen hatte er es auf Bargeld und Schmuck, den er meist am selben Tag zum Hehler brachte.

Spuren hinterließ er kaum. Erst als er am Tatort sein Zugticket verlor, kam ihm die Polizei auf die Spur. Videoaufnahmen zeigten ihn beim Abstempeln auf dem Bremer Hauptbahnhof. Tage später, am 30. November, dann die Verhaftung auf dem Bahnsteig.

Umfassendes Geständnis führt zu mildem Urteil

Das Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Judith Blohm hätte auch ein höheres Urteil sprechen können – die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre gefordert –, würdigte aber das „Nachtatverhalten“. Denn nach einer Woche U-Haft legte der Mann ein Geständnis ab. „So umfassend „wie ich es noch nicht erlebt habe“, sagte Blohm. Der Bremer gab deutlich mehr Einbrüche zu als angezeigt, nannte zudem Verstecke mit noch nicht versetzter Beute.

60.000 Euro private Schulden scheinen noch wenig für die bis zu 700.000 Euro, die er im Laufe seines Lebens in Spielhallen gelassen haben will und den Marihuana-Konsum, der ihn nach Eigenangaben pro Tag 40 bis 50 Euro gekostet hat. Der psychiatrisch-psychologische Gutachter zog die Therapiefähigkeit des Angeklagten in Zweifel, die Richterin gab einer Therapie dennoch statt. Schafft er sie, besitzt der Angeklagte gute Chancen, nach Zweidrittel verbüßter Haftzeit auf Bewährung freizukommen. Dann wird die Staatsanwaltschaft rund 34.000 Euro für die gestohlenen Wertgegenstände zurückfordern.