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Prozess Angeklagter Harpstedter und Zeuge bleiben stumm

Von Ole Rosenbohm | 05.10.2019, 16:21 Uhr

Ein 28-Jähriger soll Marihuana verkauft und eine Waffe besessen haben. Der Prozess läuft.

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln sowie einen Verstoß gegen das Waffengesetz wirft die Staatsanwaltschaft einem 28 Jahre alten Mann aus Harpstedt vor. Mit Inhalt gefüllt wurde die Anklage am ersten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Wildeshausen aber noch nicht: Sowohl der Angeklagte als auch der geladene Zeuge verweigerten die Aussage.

Drogen hinterlegt

Konkret soll der 28-Jährige im Briefkasten des Zeugen am 10. Juli 2018 knapp 50 Gramm Marihuana mit einem Gehalt des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) von rund 13 Prozent (recht hoch, heutzutage aber gängig) hinterlegt haben. Der Zeuge aber flog offenbar am selben Tag auf, und die Ermittlungen brachte die Polizei auf die Spur des 28-Jährigen. Einen Tag später durchsuchten Polizeibeamte also auch seine Wohnung und fanden dort zwar keine weiteren Drogen, aber ein als Taschenlampe getarntes Elektroimpulsgerät.

Elektroschocker in Taschenlampen-Form werden im Internet oft angeboten, sie sind aber in Deutschland verboten – selbst in den eigenen vier Wänden. Legale Elektroschocker, die auch in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen (allerdings nicht bei Veranstaltungen), tragen grundsätzlich ein Kennzeichen der physikalisch-technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB-Kennzeichen), die die jeweiligen Geräte damit als gesundheitlich unbedenklich einstuft.

Weitere Verhandlung

Der mutmaßliche Abnehmer des Marihuanas durfte im Prozess die Aussage verweigern, weil ein Verfahren gegen ihn selbst in dieser Sache noch nicht erledigt ist. Vom Amtsgericht Wildeshausen war er zwar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, er legte aber Berufung ein und erwartet nun die Verhandlung in zweiter Instanz vor dem Landgericht Oldenburg.

Anders als ein Zeuge, benötigt ein Angeklagter keine Begründung, will er vor Gericht nichts sagen. Das nutzte auch der Angeklagte. Der Prozess wird am 18. Oktober fortgesetzt.