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Arbeitskreis Flüchtlinge Neue Projekte bringen Ganderkeseer und Flüchtlinge zusammen

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 09.06.2016, 18:09 Uhr

Mit neuen Kursen und Kooperationen mit der Verkehrswacht, der regioVHS und Sportverbänden will der Arbeitskreis Flüchtlinge Berührungspunkte zwischen Flüchtlingen und Ganderkeseern schaffen. Selbstverteidigungs-, Bauchtanz- und Kochkurse sollen allen Interessierten offen stehen.

Der Arbeitskreis Flüchtlinge in Ganderkesee hat sich auf seiner Sitzung am Mittwochabend viel vorgenommen. Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Ganderkesee, Lisa Guenter, will der Arbeitskreis zwei Selbstverteidigungskurse ins Leben rufen. „Es hat ja immer wieder Berichte über Übergriffe in den Unterkünften gegeben“, sagt Erich Kurzawski vom Arbeitskreis. „In Ganderkesee sind aber keine Fälle bekannt“, betont er gleichermaßen. Der Kurs solle aber allen Frauen offen stehen, nicht nur Flüchtlingen. Allerdings müsse eine Frau den Kurs geben, um Verunsicherungen zu vermeiden. „Die Details klären wir noch“, fügt er an.

Laufrad für Erwachsene in Ganderkesee

Bei der Sitzung hat der Arbeitskreis noch einige weitere Projekte auf seine Agenda gesetzt. So wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die einen Kurs für Fahrradanfänger konzipiert. „Dabei sollen das praktische Fahrradfahren und auch Straßenverkehrsregeln gelernt werden“, sagt Kurzawski. Auch sollten Fahrradhelme für die Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Im Werkstattprojekt der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) wird derzeit ein Laufrad für Erwachsene auf der Grundlage einer Vorlage der Verkehrswacht gebaut. So soll der Gleichgewichtssinn, ebenso wie bei Kindern, geschult werden, bevor die Erwachsenen aufs Rad steigen.

Arbeitskreis Flüchtlinge sucht weiterhin Ehrenamtliche

Darüber hinaus hat der Arbeitskreis vor, eine Arbeitsgruppe zu bilden, in der sich ehrenamtliche Familienbetreuer austauschen und von einander lernen können. „Es läuft nicht alles immer unproblematisch“, erklärt Kurzawski. „Es scheint auch noch mehr Familien zu geben, die Hilfe brauchen.“ Dafür hofft Kurzawski noch mehr Ehrenamtliche gewinnen zu können. So solle auch den Helfern, die derzeit noch bei der Essensausgabe unterstützen, ein alternatives Betätigungsfeld geboten werden.

Bauchtanz und Kochkurse an der regioVHS

Schließlich wurde auch eine weiterführende Kooperation mit der regioVHS ins Auge gefasst. „Die Kochkurse gehen weiter. Wir haben die Finanzen für drei bis fünf weitere Kurse“, versichert Kurzawski. Die Kurse seien sehr gut angenommen worden. „In der Schwebe“ befindet sich das Kursprojekt „Bauchtanz“. Die regioVHS biete bereits Bauchtanzkurse für Anfänger an und einige Frauen unter den Flüchtlingen hätten Interesse an sportlicher Betätigung bekundet. Allerdings seien sie schon „halbe Profis“ in dieser Disziplin. „Wir führen jetzt Gespräche, um auszuloten, wie wir die Kurse am besten zusammenführen können und ob so ein Kurs überhaupt machbar ist“, erläutert Kurzawski.

Vermutlich werden alle Vorhaben erst nach den Sommerferien umgesetzt werden können. Es sei immerhin viel zu tun.