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Arp-Schnitger-Festival Ganderkesee ist „Orgel-Zentrum für Bremen“

Von Katja Butschbach | 01.06.2015, 20:00 Uhr

Das Arp-Schnitger-Festival kommt am Sonntag, 6. September, nach Das Interesse an dem „Ganderkeseer Kleinod“ ist immer mehr gewachsen.

Zum siebten Mal macht das Arp-Schnitger-Festival in Ganderkesee Station: Diesmal ist hier das Schlusskonzert des Festivals geplant, das Teil des Musikfests Bremen ist und das Schaffen des aus der Wesermarsch stammenden Orgelbauers Arp Schnitger (1648 - 1719) beleuchtet.

Bremer Arp-Schnitger-Orgeln zerstört

Wie Intendant Prof. Thomas Albert erläutert, ist Ganderkesee „nicht Vorort, sondern Orgel-Zentrum“ für Bremen. Denn die ursprünglich in Bremen vorhandenen Arp-Schnitger-Orgeln seien über die Jahrhunderte verbrannt oder anderweitig zerstört worden. Die Ganderkeseer Arp-Schnitger-Orgel von 1699 in der St.-Cyprian-Kirche sei hingegen gut erhalten: Die Orgel sei über viele Jahre „aus Liebe heraus gepflegt“ worden: Peter Elgeti, lange Zeit Organist in Ganderkesee, könne für diese Pflege ausgezeichnet werden, schlug Albert vor.

Konzert am 6. September

Die Orgel rückt am Sonntag, 6. September, um 17 Uhr in den Mittelpunkt: Das italienische Vokalensemble La Compagnia del Madrigale tritt dann in St. Cyprian auf – die sechsköpfige Formation gilt laut Albert „als das führende Madrigalensemble der internationalen Musikszene“. Sehr besonders sei, dass die Orgel als Begleitinstrument genutzt wird. Der Turiner Luca Guglielmi sitzt bei dem Konzert an der Orgel, wird auch Solo-Werke spielen.

Wenn die Orgel allerdings als Begleitinstrument genutzt wird, stehen die Sänger auf der Orgelempore und musizieren „zusammen mit der ‚Königin der Instrumente‘“. Dies sei schon zu Schnitgers Zeiten so üblich gewesen. Zu hören sein werde dann ein enormer Verschmelzungsgrad von Orgel und Stimme.

Zuhörer werden in andere Zeit versetzt

Die Musiker stellen Werke von Claudio Monteverdi, Heinrich Schütz, Francesco Cavalli, Girolamo Frescobaldi, Andrea Gabrieli, Johann Jacob Froberger, Franz Tunder und Heinrich Scheidemann vor. „Psalmen und Mariengesänge aus dem Markusdom werden die Zuhörer in die Atmosphäre Venedigs zur Zeit Claudio Monteverdis versetzen“, verspricht Albert.

Von 500 Karten ist die Hälfte verkauft

Das Konzert zum Arp-Schnitger-Festival in Ganderkesee sei jedes Jahr ausverkauft. Aktuell sind von 500 Karten rund die Hälfte verkauft. Das Festival, so regioVHS-Leiter Rolf Schütze, habe die Orgel bei einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Es gebe nun „ein deutlich größers Interesse an dem Ganderkeseer Kleinod“. Die Orgel werde von der Ganderkeseer Kulturplanung positiv begleitet – erst Montagnachmittag hatte Schütze ein Gespräch mit dem neuen Organisten Thomas Ahlrichs.

„Kompetenter Anwalt der Sache“

Pastor Michael Kalisch freute sich, dass sich nun hauptamtlich jemand um die Orgel kümmere. Laut Albers ist mit Ahlrichs „ein sehr kompetenter Anwalt der Sache“ vor Ort. Für die Zukunft der Arp-Schnitger-Orgeln ist laut Albert weiterhin Ziel, dass sie ins Unesco-Welterbe aufgenommen werden. Dies bis 2019 zu erreichen, sei aber faktisch nicht machbar. Stattdessen solle die Orgel in die Vorschlagsliste 2022 kommen.

Empfang im Haus Müller nach Konzert

Die EWE unterstützt das Konzert. Nach Ende des Auftritts lädt der Freundeskreis Haus Müller zu einem Empfang ins Kulturhaus ein: Angesprochen sind die Künstler, Organisatoren und alle Interessierten.