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Atemschutztraining in Ganderkesee Kreis Oldenburg will fitte Feuerwehrmänner

Von Alexander Schnackenburg | 10.11.2015, 11:06 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. .Die derzeit rund 800 Atemschutzgeräteträger bei den Feuerwehren im Kreis Oldenburg müssen sich in Form halten. Alle Feuerwehrleute, die mit Atemschutzgeräten zu Einsätzen ausrücken, durchlaufen bei der Ganderkeseer FTZ regelmäßig und in voller Montur einen Übungsparcours.

Erst das Ergometer, dann der Lastzug, dann die Beinpresse – und so weiter: Acht Stationen umfasst der Parcours, den die Atemschutzgeräteträger der Ortsfeuerwehr Ganderkesees seit ein paar Wochen regelmäßig in einem Fitness-Studio durchlaufen und noch rund zwei weitere Monate durchlaufen werden – vielleicht aber auch noch länger. Denn zum Ende des dreimonatigen Trainings, das ein Sponsor der Feuerwehr spendiert, wollen sie beim Zirkeltraining zeigen, dass sie nunmehr fitter sind als zuvor – und hoffen, dass die Gemeinde fortan die Kosten für das Training übernimmt.

Viel Fitness vonnöten

Was wie ein netter Scherz unter Freizeit-Sportlern klingen mag, hat einen ernsten Hintergrund, versichert Marco Siegel, Atemschutzgeräte-Träger und Gruppenführer Gefahrengut der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee: „Unsere Einsätze erfordern eine Fitness, die viele von uns nur noch mit Mühe aufbringen.“

„Feuerwehrleute immer schlapper“

Ein schleichender Prozess, dem die Feuerwehr entgegenwirken möchte. Dass das sportliche Grundniveau unter den Kameraden in den letzten Jahren nachgelassen hat, bestätigt auch Frank Hattendorf, Atemschutzgerätewart der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Oldenburg. Zwar durchliefen alle Feuerwehrleute, die mit Atemschutzgeräten zu Einsätzen ausrückten, den gesetzlichen Vorgaben entsprechend, regelmäßig und in voller Montur einen Parcours, bei dem sie ihre physische Tauglichkeit für den Ernstfall beweisen müssten: an einer Endlosleiter, auf dem Ergometer, am Schlaghammer und an ähnlichen Geräten. Obschon die Durchfallquote noch gering sei, falle aber auf, dass sich immer mehr der unentbehrlichen Kameraden sehr schwer beim Belastungstest täten.

Schwere Ausrüstung

Immerhin, so Hattendorf, wiege ein Atemschutzgerät mit allem, was dazu gehöre, also mit Maske, Atemschutzgerät, und Lungenautomat rund 17 Kilogramm. Mit dem Schutzanzug kämen weitere 7 Kilo hinzu. Dieses Equipment müssten die Kameraden schnell und unter Stress einsetzen, notfalls auch ausdauernd. Nicht umsonst müssten sich alle potenziellen Atemschutzgeräteträger noch vor ihren Lehrgängen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen, um ihre Fitness und Gesundheit zu beweisen. „Nur hält kaum jemand über Jahre und Jahrzehnte sein altes Fitness-Niveau, schon gar nicht ohne Sport“, sagt Hattendorf. Es sei daher wichtig, dass sich die derzeit rund 800 Atemschutzgeräte-Träger bei den Feuerwehren im Kreis Oldenburg in Form hielten. Das Beispiel der Kameraden von der Ortsfeuerwehr Ganderkesee sei daher vorbildlich.

Arno Passoke, Gerätewart in Ganderkesee, trainiert derzeit zwei bis dreimal wöchentlich mit den Kameraden im Fitnessstudio. Schließlich, sagt er, sollten die Fitness-Werte der Kameraden nach Ablauf der dreimonatigen Testphase ein möglichst starkes Argument vor der Gemeinde darstellen, um der Feuerwehr das Sportprogramm im Sinne der allgemeinen Sicherheit auch künftig zu ermöglichen.