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Atlas lädt aufs Werksgelände Interner Tag der offenen Tür im Werk Ganderkesee

Von Tina Spiecker | 12.06.2015, 19:25 Uhr

Vor fünf Jahren hat Fil Filipov die damals arg angeschlagene Firma Atlas übernommen. Mittlerweile liegt der Jahresumsatz bei 200 Millionen Euro.

Zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens seit der Übernahme durch Fil Filipov vor fünf Jahren zeigte sich heute Atlas-Geschäftsführer Brahim Stitou bei einem Gang über das Werksgelände. „Mit 400 Mitarbeiten, die Hälfte davon in Ganderkesee, machen wir einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Wir haben einen starken Markennamen, ein starkes Händlernetz und uns mittels Innovation etabliert.“

Um diese aus wirtschaflicher Sicht positive Entwicklung zu feiern, hat die Firma Atlas heute rund 500 Händler und Kunden aus ganz Europa auf ihrem Firmenareal an der Atlassttraße begüßt. Morgen werden 2000 Mitarbeiter, deren Freunde und Angehörige sowie Ruheständler erwartet. Alle Besucher können sich einen Überblick über die Produktionsabläufe machen. Zudem gibt es historische Exponate und ein breites Programm mit Essen, Trinken, Musik und Unterhaltung für die Jüngsten.

Man habe den Personalbestand reduziert und beziehe dafür nun einzelne Komponenten von Partnern aus ganz Europa, so Stitou. Hingegen seien in den vergangenen fünf Wochen 15 neue Fachkräfte für die Produktion eingestellt worden. Das Arbeitsklima in der Produktion sei gut, die Leute hätten verstanden, das der Betrieb vorankomme. „Wir können den jungen Mitarbeitern nicht das Gehalt zahlen, was die alt eingesessenen Kollegen vor 25 Jahren ausgehandelt haben. Aber wir geben ihnen die Chance auf einen Arbeitsplatz und eine Perspektive, sich zu entwickelt“, sagt der 36-Jährige. Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Entweder zu diesen Konditionen einzustellen oder Aufträge an andere Firmen zu geben. „Letzteres ist aber nicht unsere Philosophie“, betont Stitou. Auf eine neuerliche Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat sei Stitou schon eingestellt, zeigte er sich betont locker. Für die Zukunft wünsche er sich, Kunden weiter zufriedenzustellen und flexibel arbeiten zu können, um den Betrieb voranzubringen. Für das Werk in Delmenhorst würden aktuell Produkte gesucht, die das Werk mit seinen 25.000 Quadratmetern auslasten und auf diese Weise der Standort aufrecht erhalten werden könne.

Im Ganderkeseer Werk gibt es vier Produktionslinien. Auf der des 2-Wege-Baggers, der sowohl auf der Straße als auch auf Schienen fahren kann, werden jährlich 120 bis 150 Geräte gebaut. „Damit machen wir 35 bis 40 Prozent vom Umsatz“, so Stitou. Aufträge gebe es genug: Bis Januar 2016 sei man ausgebucht.

Er sei als verrückt erklärt worden, die Firma Atlas Terex, die damals 2,2 Millionen Euro Verlust verbuchte, zu kaufen. Fünf Jahre später triumphiert Fil Filipov; das Unternehmen verzeichne einen Profit im zweistelligen Millionenbereich. „Wir gehören nun zu den besten Firmen der Branche. Wir haben viele zufriedene Kunden und Händler“, betont Firmenchef Filipov. Hinsichtlich der vom Betriebsrat kritisierten Personalpolitik findet Filipov deutliche Worte: „Wir zahlen mehr als Mercedes. An erster Stelle steht jedoch der Kunde. Wem das nicht passt, der kann gehen.“