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Auch die Seele des Opfers leidet Polizei gibt in Hude Tipps gegen Einbrecher

Von Alexander Schnackenburg | 17.07.2015, 21:39 Uhr

Dem Schutz vor Einbrechern hat die SPD am Donnerstag einen Info-Abend gewidmet. Es gab wertvolle Tipps.

Meistens brechen sie die Terrassentür oder ein gut erreichbares Fenster auf, oft mit einem gewöhnlichen Schraubenzieher: Wohnungseinbrecher. Der Schaden, den sie anrichten, ist meist nicht allein materieller Natur.

Auch die Seele des Einbruchsopfers leidet. Nicht selten leidet dauerhaft unter Angst, wer einmal Opfer eines Einbruchs geworden ist. Aus diesem Grund hatte für Donnerstagabend die SPD in Burgdorfs Gasthotel zum Informationsabend geladen.

Zu den etwa dreißig Gästen sprachen die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, Petra Klein vom „Weißen Ring“ sowie der Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Delmenhorst / Oldenburger Land / Wesermarsch, Wolfgang Schröter.

Schutz vor Gelegenheitseinbrechern

Um den professionellen Einbrechern, die sich in Banden organisierten und zusehends international „operierten“, das Wasser abzugraben, bedürfe es auf Bundes- wie auf Länderebene enger Kooperationsstrukturen, befand Mittag, bis vor kurzem ihrerseits noch Polizistin und heute im Innenausschuss mit organisierter Kriminalität befasst. Der „normale“ Bürger aber, erklärte sodann Schröter in seinem Vortrag, bekomme es mit professionellen Einbrechern üblicherweise nicht zu tun, sondern allenfalls mit so genannten „Gelegenheitseinbrechern“.

Um sich vor diesen zu schützen, so Schröter, könne sich jeder an die polizeiliche Beratungsstelle wenden. Seine Kollegen und er machten sogar kostenlose Hausbesuche, um vor Ort mit den Bewohnern zu erörtern, wie diese sich am sinnvollsten vor Einbrechern schützen könnten. Grundsätzlich rät Schröter davon ab, sich „wahllos“ über diverse Anbieter-Seiten im Internet zu informieren: Wirkungsvoller Schutz müsse nicht teuer sein, entscheidend sei viel mehr ein vernünftiges Schutzkonzept.

Haus bei Abwesenheit „glaubwürdig“ belebt erscheinen lassen

Dazu müsse man beispielsweise wissen, dass die meisten Einbrecher nicht etwa nachts, sondern tagsüber einstiegen. Wichtig sei zudem, ein Haus „glaubwürdig“ auch bei Abwesenheit belebt erscheinen zu lassen. Eine kleine Lampe, die die ganze Nacht über irgendwo im Haus leuchte, sei hier wenig hilfreich. Mehr bringe es da schon, die Einfahrt – etwa durch Nachbarn – weiterhin nutzen zu lassen, die Briefkästen leeren zu lassen und die Klingel abzuschalten.