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Aufruf zum Hinschauen Gemeinde Ganderkesee macht auf Gewalt an Frauen aufmerksam

Von Lennart Bonk | 17.11.2018, 12:24 Uhr

Mit zahlreichen Beratungsangeboten rückt die Gemeinde das Thema Gewalt an Frauen in den Fokus. Jule Vollmer wirft einen humoristisch-hintergründigen Blick auf das Thema.

Anlässlich des internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt an Frauen (25. November) macht die Gemeinde Ganderkesee mit zwei Veranstaltungen auf die Thematik aufmerksam. Neben informativen Beratungsangeboten wird auch ein humoristisch-hintergründiger Blick auf das sensible Thema geboten.

Aufruf zum Hinschauen

Zum Hinschauen ruft der Infotag am Montag, 19. November, 11 Uhr im Rathaus der Gemeinde Ganderkesee auf. Beratungs- und Hilfsorganisationen zeigen auf, wie im Falle von Gewalt an Frauen geholfen werden kann. „40 Prozent aller Frauen in Deutschland waren schon einmal von Gewalt betroffen. Wir alle können etwas tun, um Betroffenen Mut zu machen, sich aus der Gewalt zu befreien. Dafür sollen die Aktionen rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufrufen“, so Gleichstellungsbeauftragte Katrin Gaida-Hespe.

Institutionen stellen sich vor

Zahlreiche Institutionen stellen dabei ihre Hilfestellungen vor. So wird die Leiterin des Frauenhauses im Landkreis Oldenburg, Karin Kohorst-Thölke, über ihre Arbeit sprechen. Daniela Hirt stellt das Oldenburger Interventionsprojekt „Olip“ vor, das durch die Arbeit mit Tätern Gewalt in Familie und Partnerschaft beenden soll. Petra Klein berichtet, wie der „Weiße Ring“ Menschen hilft, die Opfer von Gewalt geworden sind. Die Polizei Ganderkesee ist vor Ort, um Fragen zu beantworten. Vertreterinnen von „Wildwasser“ und „donum vitae“ werden mit Informationsmaterialien ihre Beratungsstellen vorstellen.

Ausstellung im Rathaus

Außerdem wird von Montag, 19. November, die Ausstellung „Nein zu Gewalt an Frauen“ im Rathaus eröffnet. Bis zum 30. November hängt die von Stephan Behren initiierte und von Roland Nappe fotografierte Ausstellung in dem Verwaltungsgebäude aus.

Jule Vollmer wagt humoristischen Blick auf das Thema

Einen humoristisch-hintergründigen Blick auf das sensible Thema wagt die Autorin und Sprecherin Jule Vollmer am Mittwoch, 21. November. Um 19 Uhr setzt sie sich literarisch, musikalisch und satirisch mit dem Thema in der Gemeindebücherei Ganderkesee auseinander. Dabei spannt sie den Bogen weiter, denn nicht nur Frauen, die unmittelbar körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, sondern auch solche, die aufgrund ihres Frauseins Benachteiligungen erfahren, kommen zur Sprache.

So erzählt sie beispielsweise vom aufopferungsvollen Alltag einer Familienmutter, von der Kraft des Spott-Gedichtes gegen sexuelle Nötigung oder von einer unkonventionellen Weise, aus einem aggressiven einen friedlichen Ehemann zu machen, heißt es vorab. Und es geht um Frauen, die im Beruf benachteiligt werden, weil sie Frauen und nicht, weil sie weniger kompetent sind. Den meisten Protagonistinnen gemein sei, dass sie sich aus ihrer Opferrolle durch Fantasie und Tatkraft befreien wollen.

Es geht um ernste Themen, die sensibel mit liebevoller Ironie betrachtet werden und vielleicht Mut zur Veränderung machen. Jule Vollmer ist als Sprecherin des WDR und Autorin von Romanen und Kurzgeschichten tätig. Sie überzeugt durch ungeheure Stimmkraft, Wandlungsfähigkeit und Einfühlungsvermögen, verspricht die Ankündigung.

Karten gibt es in der Gemeindebücherrei

Zu der Veranstaltung laden die Gemeindebücherei und die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde gemeinsam ein. Karten gibt es zum Preis von fünf Euro in der Gemeindebücherei am Habbrügger Weg 2.