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Aus für Baugebiet am Anemonenweg Politik beharrt auf Bauland im Norden Ganderkesees

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 04.02.2016, 20:03 Uhr

Trotz der anhaltend großen Nachfrage im Ort Ganderkesee nach bezahlbaren Baugrundstücken und Wohnraum, den sich auch sozial Schwächere leisten können, wird es auch künftig kein Bauland am Anemonenweg geben. Die Frage „Wie entsteht genügend Platz für alle?“ will die Politik stattdessen mit der Ausweisung von Baugebieten im nördlichen Teil des Orts beantworten.

Einen großen Flächendruck im Ort hat Herwig Düßmann erkannt. Der Sprecher einer Gruppe von Grundstückseigentümern eines gut fünf Hektar großen Areals zwischen Moorweg und Anemonenweg ist deshalb erstaunt, dass die jahrelangen Bemühungen der Eigentümer, ihre Fläche am Ortsrand zu Bauland zu machen, auch jetzt, in Zeiten eines akuten Wohnungsengpasses, nicht fruchten.

Antrag erst Ende 2015 abgelehnt

Erst Ende 2015 hatte die Ganderkeseer SPD-Fraktion das seit Jahren immer wieder diskutierte Areal auf der Suche nach neuem Bauland erneut ins Gespräch gebracht. Doch ihr Antrag auf die Aufstellung eines Bebauungsplans stieß im Gemeindeentwicklungsausschuss auf Ablehnung.

Verkehrsbelastung sorgt Anwohner in Neddenhüsen

Maßgeblicher Grund für die Abfuhr: die zusätzliche Verkehrsbelastung für den Ort, insbesondere das Quartier Neddenhüsen. Denn bereits jetzt fürchten die Anwohner dort wegen des hohen Verkehrsaufkommens um die Sicherheit der Fußgänger. Und sie haben bei ihrem Wunsch, ein Verbot der Straße als Durchfahrtstrecke zu erwirken, auch schon Teile der Politik auf ihrer Seite.

Vor rund zwei Jahrzehnten war diese innerörtliche Verkehrsbelastung noch kein Thema. Der damalige Rat stimmte einem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gleich bis zur Birkenheider Straße zu – realisiert wurde er allerdings nie.

Idee eines Luxus-Qaurtiers fand 2007 keine Abnehmer

2007 stand dann ein Teil des Areals im Fokus einer Wildeshauser Entwicklungsgesellschaft. Luxuriöse Grundstücke mit mehr als 1000 Quadratmetern sollten vermarktet werden. Die Idee fand keine Interessenten.

Grundbesitzer heute auch für sozialen Wohnungsbau

„Wir hätten auch nichts gegen eine kleinere Grundstücksaufteilung mit sozialem Wohnungsbau oder Flüchtlingsunterkünften“, betont Düßmann. Doch bis auf die SPD-Fraktion kann die Politik sich mit dem Gebiet auch weiterhin nicht anfreunden.

Bauland künftig im nördlichen Ortsteil entwickeln

„Wie entsteht genügend Platz für alle?“ Die Lösung der Verwaltung sieht einen Lückenschluss zwischen dem Baugebiet Urneburger Feld und der Siedlung östlich des Brüninger Weges an. Für eine Fläche von rund 2,3 Hektar westlich des Brüninger Wegs hat ein Investor längst sein Interesse angekündigt. Schon am nächsten Donnerstag könnte der Ausschuss für Gemeindeentwicklung mit einem Ja zur Aufstellung eines Bebauungsplanes dort den Weg für Bauland ebnen.