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Ausbildungsstart Viele neue Auszubildende in der Gemeinde Ganderkesee

Von Kristina Müller | 01.08.2017, 20:14 Uhr

Nutzhorn/Urneburg/Grüppenbühren. Viele neue und vor allem neugierige Gesichter gab es am Dienstag vielerorts in den Betrieben. Über 250 Auszubildende sind in der Gemeinde Ganderkesee in den Beruf gestartet.

Jung, frisch, lernwillig: Für Hunderte junge Menschen hat am Dienstag der Ernst des Lebens begonnen. Und alle sind sie gespannt, was sie erwartet. Bei der Bäckerei Meyer Mönchhof fingen 22 Bäckereifachverkäufer und -verkäuferinnen sowie drei Auszubildende in er Backstube an. „Wir haben recht viele Azubis, ganz entgegen dem Trend“, freut sich Geschäftsleiter Thomas Stockinger. „Wir versuchen zu sagen, wofür wir stehen und diese moderne Nachhaltigkeit zieht die jungen Leute an“, vermutet er als Grund für den Zulauf.

Ganz anders sieht Lukas Bäcker, Geschäftsführer von Meyer Technik in Urneburg, die Ausbildungssituation: Aufgrund des demografischen Wandels würde es immer schwieriger werden. „Wir werden in Zukunft Probleme haben, überhaupt Azubis zu finden“, prophezeit er. In diesem Jahr verlief die Suche nach Lehrlingen allerdings noch relativ gut, freut sich Carolin Wachtendorf, Ausbildungskoordinatorin. „Es könnten aber noch mehr sein“, bilanzierte sie. Deshalb sei auch noch eine Stelle als Metallbauer frei. Insgesamt zwölf Jugendliche aus der Region starteten dagegen schon als angehende Elektroniker, Kauffrau oder Metallbauer im Betrieb. Rund 90 Prozent davon haben im Vorfeld ein Praktikum im Betrieb gemacht, berichtet Wachtendorf.

„Nicht ganz einfach“

Auch bei Netto verlaufe die Suche nach Auszubildenden „wie in allen Branchen nicht ganz einfach“, berichtet Regionsvertriebsleiter André Schloms. „Aber wir finden immer noch welche.“ Insgesamt 132 junge Männer und Frauen fangen ihre Lehre als Verkäufer oder Einzelhandelskaufleute in der Region Nordwest an. Bei ihrem Einführungstag durften sie das Logistikzentrum in Grüppenbühren besuchen.

Ganz so rosig laufe es allerdings nicht überall, so Hartmut Günnemann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land. „In allen Branchen gibt es noch freie Plätze“, sagt er. Das liege zum einen an den fehlenden Bewerbungen und zum anderen an der häufig schlechten schulischen Vorbildung einiger Bewerber. „Andere Wirtschaftszweige haben in den Köpfen der Jugendlichen eine höhere Wertigkeit“, erklärt Günnemann. Deshalb würden sich eher wenige Qualifizierte für das Handwerk bewerben. Und diese wenigen hätten laut Günnemann nicht immer die allerbesten Voraussetzungen, um eine Ausbildung erfolgreich durchlaufen zu können. Diese Einschätzung könne vor allem aufgrund der Erfahrungswerte in vorausgehenden Praktika getroffen werden.

Neue Ausbildungsberufe

Nach wie vor würde händeringend nach ausgebildeten Kräften und Berufsnachwuchs gesucht. „Die Fachkräfte können mittel- und langfristig gesehen über viele Jahre hinweg ihren erlernten Beruf ausüben und innerhalb der Betriebsstrukturen aufsteigen“, sagt Günnemann.

In vielen Teilbereichen gebe es inzwischen auch schon viele neue und anspruchsvolle Ausbildungsberufe aufgrund der technischen Weiterentwicklung, betont er, „das ist nicht mehr mit den Handwerksberufen von vor 40 oder 50 Jahren zu vergleichen.“