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Ausschuss berät über Finanzspritze Ganderkesees Feuerwehren wollen sich gegen Zugunglücke wappnen

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 26.04.2016, 17:17 Uhr

Die Ganderkeseer Gemeindefeuerwehr will sich besser für den Einsatz bei Zugunglücken ausrüsten: Nicht erst seit der Katastrophe von Bad Aibling in diesem Jahr oder dem Zusammenstoß einer Regionalbahn mit einem Lastwagen in Rethorn Anfang November 2015 drängen die Retter auf geeignetes Material.

Über den Wunsch der Wehren, die Ortsfeuerwehr Schierbrok-Schönemoor mit einem „Hilfeleistungssatz Bahn“ auszustatten, berät am Donnerstag der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen.

Ein entsprechender Sperrvermerk im Gemeindehaushalt 2016 soll aufgehoben werden. Den Antrag dazu, das Geld für die Rettungsmittel freizugeben, hatte die CDU-Fraktion unter Hinweis auf die jüngsten Bahnunglücke gestellt.

Viele Einssätze an der Bahn

Denn die sechs Freiwilligen Ortsfeuerwehren werden immer wieder zu Einsätzen auch auf Bahnanlagen gerufen, um etwa umgestürzte Bäume von Gleisen zu entfernen oder Bahnen zu evakuieren, wenn ein Zug außerhalb des Bahnhofsgeländes liegen bleibt oder verunglückt.

Die bei solchen Einsätzen benötigten, teils schweren Gerätschaften müssen bislang bei schwer zugänglichen Einsatzorten nur mit Muskelkraft über weite Strecken auf den Gleisen herangeschafft werden.

Zudem sind die Anfahrt und die Transportsituation durch den Bau von Lärmschutzwänden an diversen Bahnabschnitten in der Gemeinde noch schwieriger geworden.

61.300 Euro benötigt

Vor diesem Hintergrund hatte die Ortsfeuerwehr Schierbrok-Schönemoor schon im April 2014 beantragt, einen Bahnrüstsatz und als Trägerfahrzeug einen gebrauchten Lastwagen mit Kastenaufbau und Heckhebebühne zu beschaffen. Dazu war in den Haushalt 2016 ein Betrag in Höhe von 61.300 Euro eingestellt, aber zunächst gesperrt worden: Denn es sollte noch einmal geprüft werden, ob ein bereits von der Bahn AG zur Verfügung gestellter und beim THW in Bookholzberg stationierter Bahnrüstsatz effektiver als bisher bei Bahnunfällen eingesetzt werden kann.

Damit hätte sich die teure Doppel-Anschaffung durch die Gemeinde erübrigt.

Bessere Ausstattung gefordert

Die Ausstattung der Ortsfeuerwehr Schierbrok-Schönemoor mit einem eigenen Hilfeleistungssatz sei sinnvoll, empfiehlt die Verwaltung nun. Dies insbesondere im Hinblick auf die Erschwernisse infolge der neu installierten Lärmschutzwände.

Ein rascher„Erstangriff“ könne so besser sichergestellt werden. Denn Fahrzeug und Ausrüstung, darunter Rettungsplattformen und Krankentragen, könnten im Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Schierbrok-Schönemoor untergestellt werden, ohne dass bauliche Veränderungen erforderlich würden.

Ratsarbeit soll auch optimiert werden

Auch an einer Verbesserung der Ratsarbeit will sich der Ausschuss am Donnerstag beteiligen.

Die Fraktion UWG-Marbach hatte beantragt, durch verschiedene Änderungen die Ratsarbeit zu verbessern und effizienter zu gestalten. Die Verwaltung soll beauftragt werden, Vorschläge für eine neue Geschäftsordnung für den Rat der kommenden Wahlperiode zu erarbeiten.