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Ausschuss gegen Verwaltungsvorschlag Supermarkt für Bargup in Bookholzberg bleibt im Gespräch

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 18.05.2017, 23:32 Uhr

Nach einem neuen Gutachten sollte laut Ganderkeseer Verwaltung im Bookholzberger Baugebiet Bargup auf ein Mischgebiet und einen möglichen Nahversorger verzichtet werden. Acht Ausschussmitglieder sahen das anders.

Die Ansiedlung eines Supermarktes bis zu einer Größe von 799 Quadratmetern im geplanten Baugebiet Bargup in Bookholzberg ist weiterhin möglich. Zwar hatte die Verwaltung nach einem neuen, neutralen Gutachten empfohlen, auf einer Fläche vorne an der Nutzhorner Straße auf die Festsetzung eines Mischgebietes und damit auch auf die Option, dort einen Einzelhandelsmarkt zu bauen, zu verzichten. Doch dieser Empfehlung wollten sich die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am Donnerstagabend mehrheitlich nicht anschließen.

Fünf Mitglieder gegen Mischgebiet und Nahversorger

Deutlich war die Entscheidung allerdings nicht: Sie fiel lediglich mit acht zu fünf Stimmen für ein Mischgebiet aus. Dagegen – und damit auch gegen einen Supermarkt – waren Marion Daniel und Hans-Jürgen Hespe von der FDP, Rolf Oetken von der SPD, Arnold Hansen von den Freien Wählern und Thorsten Busch von der UWG.

Rat muss noch entscheiden

Damit ist ein Supermarkt allerdings noch längst keine beschlossene Sache. Vielmehr muss der Rat im Juni noch einmal abstimmen. Und ob in dem Mischgebiet, wenn es denn bleiben sollte, tatsächlich ein Grundversorger gebaut wird, ist laut Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, nicht hundertprozentig sicher. Allerdings sagte er auch, dass das Unternehmen Netto nach wie vor Interesse bekunden würde.

„Novum, gegen ein Gutachten zu stimmen“

FDP-Fraktionschefin Marion Daniel betonte, es sei ein Novum, gegen ein Gutachten zu stimmen: „Wenn wir uns nicht daran halten, brauchen wir auch keine Gutachten mehr.“ Arnold Hansen erklärte, die bisherigen Gutachten mit Empfehlungen gegen einen Supermarkt seien schon ausreichend gewesen. Er verwies auf das Einzelhandelskonzept der Gemeinde, hinter dem eigentlich alle Ausschussmitglieder stehen müssten. Und das würde im Endeffekt bedeuten, den Gutachten zu folgen. Als Ratsvertreter dürfe er nicht nur an die Bookholzberger denken, sondern auch an die Schierbroker, wenn dem Gutachten zufolge der Edeka-Markt in Schierbrok gefährdet ist.

Laut Busch fährt die Masse mit dem Auto zum Einkaufen

Thorsten Busch warf ein, dass die Masse der Bürger nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Einkaufen unterwegs sei. Mit dem Wagen sei es kein Problem, die umliegenden Supermärkte anzusteuern.

Kein Fraktionszwang bei der SPD

SPD-Ratsherr Rolf Oetken folgte auch dem Gutachten, war aber der einzige in seiner Fraktion. Heinz-Peter Häger hatte noch einmal auf den großen Wunsch der Bevölkerung nach einem Nahversorger in Bookholzberg „unten“ hingewiesen und unter anderem mit der Unterschriftenaktion seines Fraktionskollegen Marcel Dönike argumentiert, der innerhalb kurzer Zeit fast 500 Unterschriften von Supermarkt-Befürwortern gesammelt hatte.

Gegen weitere Verzögerungen

Auch für CDU-Ratsherr Ralf Wessel steht der Bürgerwunsch ganz vorne. Im Übrigen – und da waren sich alle Fraktionen einig – dürfe es keine weiteren Verzögerungen mehr geben. „Uns geht es jetzt um die schnellstmögliche Umsetzung des Baugebietes“, so CDU-Fraktionschefin Cindy Klüner.

Grüne eher für einen kleinen Markt

Grünen-Fraktionsvorsitzender Volker Schulz-Berendt erinnerte noch einmal daran, dass er wegen der ehemaligen Deponie und der Bahnnähe „grundsätzlich Bauchschmerzen“ beim Baugebiet habe. Er sprach sich aber für ein Mischgebiet aus, in dem ein kleinerer Markt entstehen könnte.