Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ausschuss kann sich nicht einigen Kontroverse um Schutz des Hohenbökener Moors

27.01.2016, 20:50 Uhr

Den einen ging der Inhalt der zur Beschlussfassung vorgelegten Stellungnahme der Gemeinde zu weit – die SPD-Mitglieder im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz hätten Mittwochabend dagegen die vom Landkreis beabsichtigte Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes für das Hohenbökener Moor gemeindeseitig noch strenger ausgelegt. Der Kompromiss: Die Abstimmung über die Verwaltungsvorlage wurde wegen des hohen Beratungsbedarfs vertagt.

Damit nahm sich der Ausschuss die Entscheidung darüber auch gleich selbst ab. Denn bereits am 14. Februar, lange vor der nächsten Sitzung, erwartet der Kreis die Antwort der Gemeinde. Doch selbst der Verwaltungsausschuss komme erst wieder am 2. März zusammen, hatte Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer gewarnt.

Zahlreiche Einwände

Schon die zahlreichen Einwände gegen den Moorschutz, die in der Einwohnerfragestunde geäußert wurden, ließen erahnen, dass die Vorlage der Verwaltung am Mittwochabend nicht zum Selbstläufer werden würde. Die von einer möglichen Unterschutzstellung des Moors durch den Kreis ebenfalls betroffene Gemeinde Hude hatte gleich ganz auf eine Stellungnahme verzichtet.

„Rückgrat zeigen“

Der Ganderkeseer Landvolkvorsitzenden Cord Wübbenhorst forderte gar, die Politik solle „Rückgrat gegenüber den Grundstückseigentümern und Landwirten zeigen“. Durch zu große Beschränkungen sei andernfalls die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftens in Gefahr. So etwa durch das geforderte Verbot der Bodenbearbeitung mit großen Maschinen oder die Drainage.

Die SPD wollte dagegen die Landwirte deutlicher in die Pflicht nehmen, auch Wind- und Biogas-Anlagen sollten ebenso verboten werden wie Hundespaziergänge.