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Ausschuss vertagt Entscheidung Kritik an Konzept für Aldi-Brache in Ganderkesee

Von Katja Butschbach | 23.04.2015, 23:03 Uhr

Das Verwaltungskonzept für das alte Aldi-Gebäude stößt bei Teilen der Politik auf klare Kritik: Ein Dienstleistungszentrum sei „kein Zugpferd“ für diesen Bereich des Ortskerns.

Ganderkesee. Nach fast einem Jahr Leerstand im alten Aldi-Markt ist das Konzept der Gemeindeverwaltung für eine Nachnutzung als Dienstleistungszentrum mit Schwerpunkt Gesundheit und Therapie am Donnerstag im Sozialausschuss auf sehr geteiltes Echo gestoßen. Am Ende war man sich mit Ausnahme der SPD einig, eine Entscheidung zum Thema zu vertagen.

Ralf Wessel (CDU) hatte zuvor den Zeitdruck bei der Entscheidung kritisiert: Die Gemeinde hatte mitgeteilt, dass der Orthopäde, der ins alte Aldi-Gebäude einziehen möchte, zum 31. Dezember seine Arbeit gekündigt hat. Ursprünglich wollte der Mediziner in das Wohn- und Geschäftshaus an der Mühlenstraße/Ebereschenweg, das WI Wertimmobilien nicht bauen wird. Es sei, so Wessel, der falsche Standort für eine Praxis, auch werde damit die Ortsentwicklung in diesem Bereich nachhaltig festgelegt.

Christian Marbach (UWG/Marbach) wünschte sich für das alte Aldi-Gebäude, eine „Kernimmobilie“, an erster Stelle ein Bürgerhaus, alternativ sei auch Einzelhandel denkbar. Er verwies auf die Knochenstruktur für den Ortskern: Die vorgeschlagene Nutzung mit Therapie und Medizin sei kein Zugpferd. „Das wäre ein großer wirtschaftlicher Fehler.“

Die Idee für ein Bürgerhaus will auch Erika Schröter (SPD) nicht aus den Augen verlieren. Man könne sich den alten Aldi aber als Dienstleistungszentrum vorstellen – diese Ansicht teilten auch die Grünen. Ein Discounter sei dort hingegen nicht denkbar.

Die Kritik einer kurzfristigen Entscheidung wies Erster Gemeinderat Rainer Lange zurück: Man habe über Monate gewisse Richtungen verfolgt, die Wirtschaftsförderung habe sich „wirklich bemüht“, Lebensmittelhandel in das Gebäude zu bekommen.

An Einzelhandel im alten Aldi glaube er nicht mehr: „Wir jagen einem Phantom hinterher.“