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Ausstellung „Equo Animo“ Kulturhaus Müller zeigt Pferde auf besondere Art

Von Vincent Buß | 23.10.2018, 16:41 Uhr

Pferde, wie man sie auf Fotos selten sieht, zeigt das Kulturhaus Müller ab Freitag, 26. Oktober, in einer Ausstellung. Warum kommen ausgerechnet die Bilder einer Frau aus Mecklenburg-Vorpommern nach Ganderkesee?

Bis nach Bosnien fuhr die Fotografin Wiebke Haas, um Bilder zu machen. Denn dort konnte sie Wildpferde in freier Natur erleben. Doch nicht nur die sind auf den knapp 30 Fotos zu sehen, die im Kulturhaus Müller ausgestellt werden. Denn Haas knipste nicht nur in wilden Landschaften, sondern auch in ihrem eigenen Studio, in dem die Tiere vor schwarzem Hintergrund auffällig in Szene gesetzt wurden.

„Man sagt, dass Tiere den Gemütszustand von Menschen sofort wahrnehmen“, erklärt Wiebke Steinmetz vom Kulturhaus Müller. „Diesen Moment will Haas einfangen.“ Außerdem würden Menschen in Tieren oft Ähnlichkeiten zu sich selbst suchen. Und so könnte der Betrachter bei einem Foto denken, dass das porträtierte Pferd laut lachen würde.

Wie Haas‘ Bilder nach Ganderkesee kamen

Der Fotografie widmet sich das Kulturhaus Müller mit der Ausstellung „Equo Animo – Der Geist des Pferdes“ schon zum vierten Mal in diesem Jahr. Dass nun Pferdebilder gezeigt werden, war laut Steinmetz gar nicht geplant: „Ich habe nicht gezielt danach gesucht.“ Sie habe Haas zufällig auf einer Ausstellung getroffen.

Eigentlich öffnet sich das Kulturhaus vor allem Künstlern aus der Region, doch für Haas, die in Mecklenburg-Vorpommern wohnt, machte Steinmetz eine Ausnahme. Nicht nur, weil Tierfotografie eine wichtige Sparte der Fotografie sei, sondern auch, weil Haas‘ Bilder dabei einen künstlerischen Charakter hätten. „Und hier leben viele Menschen, die einen Bezug zu Pferden haben“, sagt Steinmetz lachend.

Die Fotografin ist auch Youtuberin

„Haas zeigt die machtvolle Wirkung von Pferden“, erklärt Steinmetz. „Ihren Stolz, ihre Würde.“ Zur Fotografie kam Haas über das Zeichnen zu Schulzeiten. Mittlerweile ist sie ausgebildete Fotografin und hat sich Tieren verschrieben, insbesondere Pferden. Bereits mit Anfang 20 machte sie sich 2012 selbstständig. „Sie geht sehr offen mit der Fotografie um“, sagt Steinmetz. So erklärt sie auf Youtube beispielsweise, wie sie Bilder inszeniert und bearbeitet.

Die Ausstellung von Haas schließt den diesjährigen Fotografie-Schwerpunkt im Kulturhaus ab. Für die bisherigen Ausstellungen hätte sich Steinmetz noch mehr Resonanz gewünscht. Obwohl die Fotografie ein modernes Medium sei, seien die Ausstellungen nicht stärker besucht gewesen als andere. Im nächsten Jahr widmet sich das Kulturhaus wieder der Malerei, es wird laut Steinmetz aber auch Textilkunst dabei sein.