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Ausstellung im Haus Müller Künstler spielen in Ganderkesee mit Figurenformen

Von Mareike Bader | 24.10.2017, 18:28 Uhr

Eine umfangreiche Ausstellung von zwei Künstlern ist im Haus Müller zu sehen. Vernissage ist am Freitag ab 19 Uhr.

Seit sechs Jahren arbeiten sie in einem gemeinsamen Atelier in Bremen-Huchting. Ihre Arbeitsweise ist grundverschieden. Und dennoch inspirieren sich Martina Burandt und Rainer Kosubek gegenseitig. Es sei wichtig, eigene Dinge zu entwickeln, sagt der Kunstbegleiter.

Burandts Werke hätten etwas Inneres und zeigten eine Fülle an Fantasie, erläutert Dr. Wiebke Steinmetz von der regioVHS. Bei der Autorin dreht sich weiterhin alles um Geschichten, die sie selbst erlebt hat oder, die ihr erzählt wurden. „Wenn man viel reinlässt, müssen die Geschichten irgendwann auch wieder raus“, sagt die Künstlerin.

Geschichten in Malerei, Skulpturen und Collagen ausgedrückt

Ihre Geschichten drückt Burandt in Malereien aus, ebenso in Skulpturen aus Ton oder Porzellan. Letzteres findet sie als Material „haptisch wunderbar“, auch wenn die Verarbeitung viel Erfahrung benötige.

Da im Saal des Hauses Müller auch andere Veranstaltungen während der Ausstellung bis zum 28. Januar stattfinden, sind die Skulpturen durch „Schutzbehausungen“ geschützt. Besonders auffällig sind Burandts Collagen, in denen sie sich an verschiedenen Materialien austobt – bis hin zu zerstörten Stofftieren.

Analytische Arbeit mit Rückgriff auf die Kunstgeschichte

Auch Rainer Kosubek stellt Teile eines Körpers dar. Er gehe analytischer an seine Arbeiten heran, sagt Kunsthistorikerin Steinmetz. Dabei greift Kosubek, der als Kunstbegleiter in der Kunsthalle Bremen arbeitet, auch die Kunstgeschichte auf. Seine „Drahtzeichungen“ entlehnte er Henri Matisses Scherenschnitte.

Kosubeks Scherenschnitte verbinden mehrere Kunstformen in sich. Zum einen sind sie Negativschablonen von Figurenbildern und Skulpturen der Kunsthalle. Übereinandergelegt, entstehen neue Figuren. Da fehlt mal ein Bein, mal beide Arme. Die entstehende Freifläche bemalt der Künstler, mal abstrakt mit Aquarelltechnik. Mit dem Bleistift tobt er sich an verschiedenen Mustern aus.

Vernissage am Freitag

Die Ausstellung wird am Freitag, 27. Oktober, ab 19 Uhr eröffnet. Dr. Wiebke Steinmetz wird dann eine Einführung geben. Als Begleitung tritt Burandts Tochter Franca Burandt mit Hans-Martin Gutmann mit Improvisation auf Füßen und Tasten auf.