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Auszubildende stellen sich vor Ordemann-Azubis profitieren auch privat vom Job

Von Alexandra Wolff, Alexandra Wolff | 11.07.2018, 09:39 Uhr

In der neuen dk-Serie kommen Auszubildende aus der Gemeinde Ganderkesee zu Wort. Sie sprechen über Vor- und Nachteile ihres Berufs. Tim Wolf aus Bürstel und Joscha Kobes aus Bookholzberg durchlaufen eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker.

Tim Wolf ist durchaus bewusst, was Gartenmaschinen wert sind. „Ich könnte mir die meisten gar nicht leisten. Deswegen finde es toll, dass man da mal dran kommt“, schwärmt der Bürsteler. Jetzt darf der 19-Jährige täglich mit ihnen und anderen teuren Maschinen umgehen. Denn zusammen mit Joscha Kobes durchläuft er eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker bei Ordemann Land- und Gartentechnik.

Die Mitarbeiter des Unternehmens verkaufen Geräte von der Motorsäge bis zum Gartentraktor, neben Neu- auch Gebrauchtwaren, beraten vor dem Kauf, weisen in die Geräte ein, inspizieren und reparieren sie, wenn es nötig ist.

Jeden Tag etwas Neues lernen

Und genau darin sieht Kobes den Reiz seiner Berufswahl: „Man lernt jeden Tag etwas Neues. Am meisten fasziniert mich die Fehlersuche. Wenn ich den Fehler gefunden habe und das Gerät läuft wieder – das ist klasse!“

Die Nachteile des Berufs und des Berufslebens haben die beiden aber auch schon kennengelernt: „Wenn man den ganzen Tag arbeitet, muss man vollkommen anders planen. Zum Arzt kann ich beispielsweise erst nach der Arbeit“, ist Wolf ziemlich bald aufgefallen. Dennoch vermisst der Mann im dritten Lehrjahr das Schülerdasein nicht allzu sehr: „Der Trott ist ganz anders. In der Schule lernt man und geht nach Hause. Hier will ich etwas schaffen, das ist mein Anreiz hierher zu kommen. Eigenständige Arbeit macht mir Spaß und auch, dass ich Stück für Stück mehr Verantwortung übertragen bekomme. Wenn ich am Ende des Tages in meinem Stundenbuch sehe, was ich alles geschafft habe, spornt mich das ganz schön an.“

Harte körperliche Arbeit

Wie er, so empfindet auch sein 21-jähriger Kollege im ersten Lehrjahr die körperliche Arbeit als sehr hart. Kobes findet sie auch manchmal auch etwas eintönig: „Ich habe die ganze Woche über nur Messer geschärft.“

Das bestätigt Meike Ordemann: „So ist das nun mal in einem Saisonbetrieb: Im Winter werden wir uns um die Motorsägen kümmern und im Frühling sind die Rasenmäher dran.“ Da sie in dem Betrieb für das Personal zuständig ist, kann sie auch sagen, wie viel die Auszubildenden verdienen. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und im ersten Jahr bekommen die Auszubildenden 587,50 Euro, im zweiten 653,50 Euro, im dritten 760,50 und im vierten 821,50 Euro.

Traktor restauriert

Aber abgesehen von den Stoßzeiten finden beide Auszubildende die Arbeit als sehr abwechslungs- und umfangreich. „In der Ausbildung geht es auch um Karosseriebau und man muss hin und wieder Lackierarbeiten übernehmen“, erzählt Wolf. „Ich habe mal einen Kotflügel ausgetauscht und einen Traktor restauriert.“

Genau das macht auch Kobes sehr stolz: „Man kann einfach alles reparieren: vom Rasenmäher bis zum Auto. Neulich habe ich meinen eigenen Wagen wieder in Ordnung gebracht und jetzt kommen auch Freunde an und fragen wegen ihres Autos. Ich finde es gut, dass ich mein Wissen auch privat nutzen kann.“