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AWO zieht in Schulgebäude am Ammerweg Mini-Gruppe sucht wegen Flüchtlingen eine neue Bleibe

Von Thomas Deeken | 30.09.2015, 16:35 Uhr

Die Hospizgruppe, der Frauengesprächskreis und die Gesangsgruppe, die bisher im Dorfgemeinschaftshaus Elmeloh ihr Domizil hatten, haben bereits eine neue Bleibe gefunden. Jetzt suchen die malenden Seniorinnen und die Mini-Gruppe ein neues Zuhause. Bis spätestens Ende Oktober können sie das Gemeinschaftshaus noch als Treffpunkt nutzen, danach soll das Gebäude umgebaut werden, um zwei Flüchtlingsfamilien unterbringen zu können.

Dagegen gibt es für die AWO Bookholzberg laut Vorsitzendem Holger Dienst sogar „eine Lösung, mit der man gut leben kann“, wie er am Mittwoch bei einer außerordentlichen Versammlung vor rund 40 Mitgliedern erklärte. Der Verein zieht in derzeit leer stehende Räume des Schulgebäudes am Ammerweg, weil auch im Renken-Haus Flüchtlinge Wohnraum finden sollen.

„AWO Bookholzberg hat es sehr gut getroffen“

Als „nicht begeistert, aber beruhigt“ bezeichnete Dienst die Stimmung bei den Bookholzberger AWO-Mitgliedern. „Die meisten Vereine trifft es erheblich schlechter als uns“, sagte der Vorsitzende. Anfang Dezember werde die Gemeinde beim Umzug in das neue Gebäude am Ammerweg helfen, wo es für die AWO künftig einen festen, etwa 30 Quadratmeter großen Raum sowie gemeinschaftliche Räume mit dem Orts- und Heimatverein Bookholzberg und den Hasbruchfreunden plus Abstellmöglichkeit und Küche geben soll. Als positiv stellte Dienst die Nähe zum Kaffeepott heraus, um eventuell mit den Jugendlichen gemeinsame Aktionen zu starten. Außerdem werde es künftig einen Internet-Anschluss geben, um PC-Kurse zu veranstalten. Darüber hinaus habe die Gemeinde zugesagt, einen Fahrdienst zu organisieren und im nächsten Jahr die Toiletten zu sanieren und behindertengerecht auszubauen. Kommentar von Hannelore Hunter-Roßmann, Vorsitzende des Kreisverbandes: „Die AWO in Bookholzberg hat es sehr gut getroffen.“

Mini-Gruppe seit 25 Jahren im Dorfgemeinschaftshaus

Bei der Mini-Gruppe, die vor 25 Jahren von Meike Bräunig gegründet und geleitet wurde, handelt es sich um etwa acht Kinder im Baby- bis zum Kindergartenalter, die sich regelmäßig einmal pro Woche vormittags mit Mama, Papa oder Oma im Dorfgemeinschaftshaus treffen. Die Gemeinde habe zwar bereits einen Raum in der Schierbroker Schule angeboten, sagte Reinhard Siemer, Vorsitzender des Heimat- und Ortsvereins Elmeloh-Almsloh, am Mittwoch. Die Schule sei allerdings für viele zu weit entfernt. Außerdem wäre es schön, einen gemütlichen Raum, „der auch Wärme ausstrahlt“, zu finden, in dem es vielleicht auch einen abschließbaren Schrank für bestimmte Utensilien und Spielsachen gibt und der rund 20 Quadratmeter groß ist. „Am liebsten wäre es uns, wenn wir auch weiterhin mittwochs vormittags für eineinhalb Stunden zusammenkommen könnten“, erläuterte Gruppen-Leiterin Bea Renner. Wer einen Raum anbieten kann, sollte sich mit Siemer unter Telefon (0172) 4168014 in Verbindung setzen.

Malgruppe auf der Suche nach neuem Raum

Ein neues Zuhause sucht auch die Malgruppe, zu der etwa zehn Seniorinnen gehören, die sich regelmäßig einmal die Woche dienstags treffen. „Wir hoffen, dass möglicherweise eine Privatperson bereit ist, einen Raum oder einen Wintergarten zur Verfügung zu stellen“, so Siemer. Alternativen seien derzeit ein weit entfernter Raum am Ammerweg in Bookholzberg sowie das Timotheus-Haus in Stenum, in dem parallel auch eine Kindergruppe aktiv sei.

Siemer sieht Gefahr, dass Gruppen zerbrechen

„Wir sind schon enttäuscht, dass uns das Dorfgemeinschaftshaus auf unabsehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen wird“, erklärte der Vereinsvorsitzende, der befürchtet, dass die einzelnen Gruppen zerbrechen könnten, wenn es das Gemeinschaftshaus vorerst als Treffpunkt nicht mehr geben wird. Siemer betonte allerdings auch, dass er großes Verständnis für die Flüchtlinge, die in Not geraten sind, und auch für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung habe, die die Flüchtlinge unterbringen müssen.

Laternenumzug ab Dorfgemeinschaftshaus

Nicht betroffen ist laut Siemer der Laternenumzug, der, wie geplant, am Freitag, 13. November, am Dorfgemeinschaftshaus starten soll. „Sollte es notwendig sein, könnten die Kinder dann auch die Toiletten des Kindergartens nutzen“, so der Vereinsvorsitzende.

Unterdessen hat Gemeindesprecher Hauke Gruhn mitgeteilt, dass am Freitag erneut zehn Flüchtlinge in Ganderkesee erwartet werden. Damit sei die bisherige Quote von 162 inzwischen mehr als erfüllt. Die neue Quote beträgt laut Gruhn 196 Flüchtlinge.

Probleme wegen Abiprüfungen im Stadion

Wie berichtet ist für das Stadion eine mobile Halle für 75 Flüchtlinge bestellt worden. Nach Angaben des Gemeindesprechers wird die Halle voraussichtlich Ende des Monats eintreffen. Dass das Stadion vorerst bis Sommer nächsten Jahres nicht mehr als Sportstätte dienen kann, hatte in den vergangenen Tagen für erhebliche Diskussionen in den Sportvereinen gesorgt. Genutzt wird das Stadion ab Frühjahr aber auch von den Schülern des Gymnasiums. „Wir müssen dort die Abiturprüfungen in der Leichtathletik abnehmen. Wir werden aber sicherlich gemeinsam mit der Gemeinde eine Lösung finden“, zeigte sich Schulleiterin Dr. Renate Richter gestern zuversichtlich.

 Mehr zur Flüchtlingssituation in Ganderkesee lesen Sie hier.