Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Bahnübergang Wüsting Neuer Anlauf für sicheren Übergang in Wüsting

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 08.05.2017, 17:38 Uhr

Seit zehn Jahren fordert der Bürgerverein Wüsting mehr Sicherheit für Fußgänger und Radler am Bahnübergang. Die CDU will die Diskussion forcieren.

„Ein paar hundert Pfähle sind schon erneuert worden“, schätzt Friedolf Evers, der Vorsitzende des Bürgervereins Wüsting. Die Aussage ist auf die Leitpfosten gemünzt, die Fußgänger und Radfahrer mitten im Ort, an der Ecke Bahnhofstraße/Hauptstraße, vorm Überrolltwerden schützen sollen. „Die Kurve ist einfach zu eng“, ist Evers überzeugt, „die Pfähle sind nur eine Notlösung.“

Verkehr entzerren

Wirksamer Schutz für die schwächeren Verkehrsteilnehmer im Bereich Bahnübergang, das ist für den Bürgerverein ein seit zehn Jahren brennendes Thema. Seit 2007 schlägt er vor, den Durchgangsverkehr von der Bahnhofstraße auf die Raiffeisenstraße zu verlagern, die rund 60 Meter weiter nördlich in die Hauptstraße mündet. Außerdem fordert der Verein, im Bereich des Bahnübergangs einen separaten Fuß- und Radweg anzulegen. „Es wird aber wohl wieder nur auf eine Notlösung hinauslaufen“, schwant Evers. Er ist gespannt auf die neuerliche Diskussion in den Ratsgremien, die jetzt von der CDU-Fraktion angeschoben worden ist am Mittwoch, 10. Mai, im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt öffentlich fortgesetzt werden soll.

Kreisel eine Variante

Die CDU lehnt laut Fraktionssprecher Friedrich Schnabel eine bloße Verlagerung der Einmündung der Bahnhofstraße um ein paar Meter nach Norden ab. Vielmehr soll die Einmündung bis auf einen Durchlass für Fußgänger dicht gemacht werden. Das allerdings geht laut Schnabel nicht ohne Veränderungen im Bereich Raiffeisenstraße/Hauptstraße mit einer Spitzkehre für Fahrzeuge aus und in Richtung Westen. Die CDU fordert deshalb eine Verkehrsplanung mit den Varianten Kreisel oder Kreuzung. Der Bürgerverein plädiert für einen Kreisel. Abriss- oder Neubaupläne im Bereich des Straßendreiecks Bahnhofstraße/Raiffeisenstraße/ Hauptstraße soll die Gemeinde mit einer Veränderungssperre vereiteln. Weil mit der Hauptstraße und der Bahnhofstraße zwei Kreisstraßen betroffen sind, ist der Landkreis mit ins Boot zu holen.

Separater Übergang fraglich

Unabhängig von der Verkehrsführung in diesem Bereich will die Gemeinde die Planung für den Bahnübergang vorantreiben. Der Vorsitzende des Bürgervereins Evers fürchtet allerdings, dass die Kosten für einen separaten Übergang für Radler und Fußgänger im Laufe der letzten zehn Jahre explodiert sind. War damals von unter 200000 Euro und dann von 240000 Euro die Rede, so rechnet die Gemeinde jetzt im schlechtesten Fall mit 710000 Euro zu Lasten der Gemeinde und des Landkreises. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Frage noch einmal zu erörtern, ob der Ausbau technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Evers weiß, dass die Bahn einen verlängerten Schlagbaum vorgeschlagen hat – „auch wieder eine Notlösung.“