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Bariierefreiheit in Hude „Wunderlinie“ durch Hude birgt Chancen für Behinderte

Von Reiner Haase | 21.02.2019, 20:12 Uhr

In Hude gelangt das Thema „Barrierefreiheit am Bahnhof“ wieder auf die Tagesordnung. Engagement für die „Wunderlinie“ soll Fördergeldquellen erschließen.

Die „Wunderlinie“ getaufte Bahnverbindung Bremen-Oldenburg-Leer-Groningen ist möglicherweise geeignet, am Bahnhof in Hude ein kleines Wunder zu bewirken. Die Freien Wähler im Gemeinderat fordern, dass sich die Gemeinde in das Netzwerk der Kommunen mit Bahnhöfen entlang der Strecke einklinkt, um Fördergeld für den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen am südlichen Zugang zum Bahnhofstunnel in den Klosterort zu holen. Pläne für die Umgestaltung gibt es schon lange; die Realisierung liegt nicht zuletzt aus finanziellen Gründen auf Eis. Es geht vor allem um die Entschärfung der für Behinderte viel zu steilen Rampe vom Niveau der Hohen Straße hinab zum Südeingang des Bahnhofstunnels.

Bahnhofsüdseite im Fokus

Der Behindertenbeirat Hude erinnert nachdrücklich an die schon in die Jahre gekommene Forderung, den barrierefreien Bahnhofszugang auch über die Südseite des Tunnels zu ermöglichen. „Hier stehen die Huder Politik und die Verwaltung seit Jahrzehnten im Wort, und dies muss nun auch endlich einmal umgesetzt werden“, sagt Beiratssprecher Jörg Kreusel.

Reservierte Parkplätze blockiert

In einem Antrag zur Barrierefreiheit am Bahnhof weist der Behindertenbeirat nachdrücklich auf aktuell verschärfte Probleme hin. Auf der Nordseite gibt es für Behinderte reservierte Parkplätze auf dem Bahnhofsvorplatz, eine sanfter geneigte Rampe hinab in den Tunnel und Fahrstühle zu den nach den Regeln der Barrierefreiheit umgebaute Bahnsteige. Aber: „Der Behindertenbeirat hat ermittelt, dass durch den Wochen- und den Weihnachtsmarkt an circa 93 Tagen die Behindertenparkplätze auf dem Bahnhofsvorplatz nicht zur Verfügung stehen. Das sind 25 Prozent der Tage im Jahr“, heißt es im Antrag. Eine Verbesserung ist für den Beirat nur in Sicht, wenn der Torfplatz und der Streifen entlang der Nordseite der Bahnanlage bis zum Bahnhofsvorplatz in neue Planungen einbezogen werden.

Unzulängliche Bushaltestellen

Wenn auf der Schiene mal nichts läuft und ersatzweise Busse fahren, häufen sich laut Beirat für Behinderte die Schwierigkeiten. Der Ersatzverkehr werde schon dauerhaft auf der Hohen Straße südlich der Bahn abgewickelt. Dort gebe es keine barrierefreien Ein- und Ausstiege und keine Haltebuchten. Die Ampel an der Einmündung der Schützenstraße sei oft nicht einsehbar. Menschen mit Behinderung kämen, wenn überhaupt, nur mit großen Anstrengungen und hohem Zeit- und Kraftaufwand hinab in den Tunnel oder hinauf zu den Haltestellen. „Der Behindertenbeirat sieht hier kurzfristig nur die Möglichkeit, den Schienenersatzverkehr nur über den Bahnhofsvorplatz abzuwickeln und diesen dafür freizuhalten und zu nutzen“, lautet die Forderung.

Ortsfremde orientierungslos

Der Hinweis des Behindertenbeirats, dass es am Bahnhof für ortsfremde Personen keine gut erkennbaren Orientierungshilfen gibt, findet sich auch in einer Potenzialanalyse der „Wunderlinie“ wieder, zu deren Konzept es gehört, nicht nur den Zügen zwischen Bremen und Groningen Flügel zu verleihen, sondern auch dem Bahn-und-Rad-Tourismus entlang der Strecke. „Hierfür sollte die Beschilderung auf den Bahnsteigen, in der Bahnhofsunterführung und im Bahnhofsumfeld auf dem aktuellen Stand (…) und Teil der regelmäßigen Pflege der Infrastruktur sei“, heißt es in der Potenzialanalyse. Die Freien Wähler wollen erreichen, dass sich die Ratsgremien zügig mit den aktuellen Problemen Behinderter und den langfristig wirksamen Chancen der „Wunderlinie“ befassen.