Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Barriere am Bahnhof in Hude Endstation für Rollstuhlfahrer an steiler Rampe

Von Reiner Haase | 09.04.2015, 20:35 Uhr

Behindertenvertreter mahnen Barrierefreiheit am Südzugang zum Huder Bahnhofstunnel an. Planer arbeiten zurzeit Lösungsvorschläge aus.

Wo die Rampe an der Südseite des Huder Bahnhofs beginnt, ist Endstation für Rollstuhlfahrer. Die Behindertenvertreter der Gemeinde und des Landkreises Oldenburg beklagen schon lange, dass die Steigung mit acht bis zehn Prozent viel zu groß ist. „5,4 Prozent sind für die Barrierefreiheit die Obergrenze“, betonte Hans Sperveslage, der Vorsitzende des Kreisbehindertenrats, am Donnerstag bei einem Termin vor Ort.

Sperveslage stellte klar, dass die Barrierefreiheit an der Südseite des Bahnhofstunnels für die Bahn kein Thema ist; das Transportunternehmen kann sich darauf berufen, dass sie die Nordseite behindertengerecht umgebaut hat und dass in naher Zukunft die Bahnsteige mit Fahrstühlen zu erreichen sind. Laut Thomas Settelmeier von der Gemeindeverwaltung sind sich die Ratsfraktionen einig, dass die Gemeinde in der Verantwortung steht. Ein Planungsbüro sei beauftragt, für die Gemeinde Lösungsvorschläge auszuarbeiten. Geplant sei, dass die fachlich versierten Planer ihre Vorschläge dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung im Mai vorstellen. „Gebaut wird in diesem Jahr nicht mehr. Es ist kein Geld in den Haushalt eingestellt“, so Settelmeier.

Die Behindertenvertreter haben sich eigene Gedanken gemacht; so wurde gestern angeregt, die breite Rampe längs aufzuteilen: Eine Hälfte bleibt, wie sie ist, die andere bekommt weniger Steigung und eine Kehre. „Die Platzverhältnisse geben es gerade so her“, sagte Sperveslage. „Eine solche Konstruktion gibt es am Bahnhof Bremen-Oslebshausen“, ergänzte er. Möglich sei es auch, am Ende einer abgeflachten Rampe eine Hebebühne einzubauen, die Rollstuhlfahrer selbst bedienen können.

Wegen der Inbetriebnahme der Fahrstühle im Tunnel hat Settelmeier bei der Bahn nachgefragt, aber nur eine ausweichende Antwort erhalten. „Lange dürfte es nicht mehr dauern“, meint er. „Es hat schon Probefahrten gegeben“, ergänzte der Huder Behindertenvertreter Jörg Kreusel.