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Baugebiet „Bargup“ in Bookholzberg Ärger mit der Bahn wegen Grundstück für Lärmschutzwand

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 21.05.2016, 11:02 Uhr

Für das geplante Bookholzberger Baugebiet „Bargup“ fehlt derzeit noch ein zweiter Erschließungsträger, damit der Bebauungsplanentwurf öffentlich ausgelegt werden kann. Außerdem gibt es Ärger mit der Bahn wegen eines Grundstücks, das die Gemeinde gerne für einen Lärmschutzwall hätte.

Die Planungen für das Baugebiet „Bargup“ in Bookholzberg kommen nicht wie gewünscht voran. Das hat Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, gegenüber dem dk betont. Der Grund: Es gebe weiterhin keinen Erschließungsträger für den westlichen Teil des Baugebietes zwischen Nutzhorner Straße und Bahnlinie Oldenburg-Bremen. Meyer sei allerdings optimistisch, dass in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen werde. Für den Ostteil der insgesamt rund 12,5 Hektar großen Fläche sei bereits ein Erschließungsträger gefunden, dessen Namen der Fachbereichsleiter allerdings nicht nennen wollte. Ab Ende Juni könnte dann der Bebauungsplanentwurf bis über die Ferien hinaus öffentlich ausgelegt werden.

Unrealistisch hoher Preis

Nach wie vor große Probleme gebe es mit der Deutschen Bahn, informiert Meyer weiter. Die Gemeinde möchte der Bahn ein 726 Quadratmeter großes Grundstück nahe den Gleisen abkaufen, um dort einen Lärmschutzwall anlegen zu können. Die Bahn stelle sich jedoch quer. Zunächst habe sie einen völlig unrealistischen Preis für das Areal gefordert, der gegenüber den Vorstellungen der Gemeinde fast um das Zehnfache höher gelegen habe. Und als die Verwaltung ein Verkehrswertgutachten erstellt habe, in dem die Einschätzung der Gemeinde, die Forderung sei viel zu hoch, bestätigt worden sei, habe die Bahn erklärt, sie wolle das Grundstück möglicherweise behalten. Sie werde sich wieder melden, zitiert Meyer einen Bahnsprecher. Bislang habe er aber nichts wieder gehört. Auch auf dk-Nachfrage gab es am Freitag von der Bahn keine Stellungnahme – voraussichtlich erst in der nächsten Woche, hieß es seitens der Pressestelle. Sollte es keine Einigung mit der Bahn geben, habe Meyer aber schon eine andere Lösung parat. „Dann würde es statt eines Walls eine Lärmschutzwand geben.“

Radweg entlang der Bahn vom Tisch

Einen Fahrradweg entlang der Bahn bis hin zum Bahnhof wird es nach Angaben des Fachbereichsleiters ebenfalls nicht geben: „Die ursprüngliche Idee ist vom Tisch, weil der Weg über sechs Grundstücke führen würde.“ Dafür sei ein Rad- und Fußweg im westlichen Teil, parallel zur Straße Bargup, bis hin zur Nutzhorner Straße vorgesehen.

Rund 80 Baugrundstücke möglich

Auf dem kompletten Areal könnte es rund 80 Baugrundstücke geben. Im Detail stehe das aber noch nicht fest, so Meyer. Überwiegend sollen Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Dazu wären im Rahmen des Bebauungsplanes auch fünf bis sechs Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten möglich. Außerdem würden Flächen für eine Kindertagesstätte und einen Nahversorger freigehalten. Näheres weiß Dietmar Mietrach, Vorsitzender des Vereins „Wir in Bookholzberg“ (WiB): „Es gibt ein großes Interesse von Netto, sich mit einem Verbrauchermarkt im Eckbereich Nutzhorner Straße/Bargup anzusiedeln.“ Im Übrigen dauere Mietrach die Planung weiterhin viel zu lange. Er sei wiederholt von Bookholzbergern angesprochen worden, die gerne bauen möchten. Er selbst habe gehofft, dass in diesem Herbst der erste Spatenstich erfolgen würde. Laut Meyer sind da eher die ersten Erschließungsarbeiten möglich. Mit dem ersten Spatenstich rechne er nicht vor Frühjahr 2017.

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