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Baugebiet Köhlerwiese im Einflugbereich Thema Fluglärm in Ganderkesee lange nicht vom Tisch

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 02.06.2016, 22:56 Uhr

Tiefe Gräben treibt der Fluglärm rund ums Altlas Airfield zwischen Flugplatznutzer und Anwohner – trotz deutlicher Anstrengungen des Airfield-Geschäftsführers Ralf Sauer, den Frieden am Ganderkeseer Flugplatz wiederherzustellen.

Zur wirtschaftlichen Lage des Verkehrslandeplatzes und zu den getroffenen Lärmschutzanstrengungen hat Sauer am Donnerstagabend dem Wirtschafts- und Finanzausschuss Rede und Antwort gestanden.

Anwohner klagen weiter über Lärm

Das Fazit: Die ab 2014 umgesetzten Maßnahmen zum Lärmschutz sind vielfältig und teils kostspielig, doch sie haben am Ende nach dem subjektiven Empfinden vieler Anlieger nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Viele Maßnahmen zum Lärmschutz ungesetzt

Nachdem Sauer die umfangreichen Maßnahmen, von Anflughinweisen auf der Internetseite bis zur Zurechtweisung sich fehlverhaltender Piloten durch GPS-Überwachung, dargelegte hatte, machte er aus seinem Herzen keine Mördergrube, sondern sagt auch Dinge, die andere nicht hören wollten:

„Es sind schließlich immer nur dieselben, die sich beschweren, wir werden keine weiteren Beschwerden mehr annehmen. Wir tun nichts Unrechtes, im Gegenteil.“

Neues Baugebietbringt neuen Ärger

Das erzürnte Arnold Hansen (Freie Wähler) ebenso wie Sauers Hinweis, dass sich nach der Bebauung der Köhlerwiese eine neue Beschwerdefront auftun könnte.„Das Gebiet liegt dicht neben oder unter der Platzrunde“, warnte der Airfield-Geschäftsführer.

„Lösung unmöglich“

„Eine Lösung ist so gut wie unmöglich“, so deutete Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne) in der emotional geführten Diskussion das von Sauer geschilderte Dilemma, in dem sich Piloten und Flugplatzbetreiber befinden:

Platzrunde ist vorgeschrieben

„Eine Platzrunde ist vorgeschrieben, sie führt über Falkenburg, Bürstel oder über den Eichhörnchenweg. Egal wie, es gibt immer jemanden, der sich belästigt fühlt“, beschrieb Sauer die Lage.

Hans-Jürgen Hespe (FDP) und und Dietmar Mietrach (CDU) erkannten die Anstrengungen Sauers ausdrücklich an, baten aber, nun nicht aufzugeben.

Beschwerdemanagement angepasst

Das versprach der Flugplatzchef und kündigte an, künftig doch wieder Beschwerden über sich fehlverhaltende Piloten in einem neuen Verfahren zu ermöglichen.

Flugplatz wirbt um Akzeptanz

Auch darüber hinaus will er auf die Bürger zugehen. Mit Platzführungen und ab Juli mit einem Flugsimulator will er für den Standort werben.

Über 100 Arbeitsplätze hängen vom Airfield ab

Über eines herrschte im Ausschuss Konsens: Die Anlage mit ihren 112 Arbeitsplätzen bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.