Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Bauinspektoren „schockiert“ Klosterruine in Hude droht Sperrung wegen starker Schäden

Von Reiner Haase und Johannes Giewald | 08.03.2017, 19:31 Uhr

Bauinspektoren haben an der Klosterruine in Hude massive Schäden festgestellt. Für das alte Denkmal könnte das eine Sperrung bedeuten.

Sven Rathjen und Martin Schieber, zwei Inspektoren des Monumentendienstes, äußerten sich bei einer Begehung am Mittwoch „schockiert“ darüber, wie viele lose Steine es an der Ruine gibt. Die Organisation zur Wartung historischer Gebäude hatte zuletzt vor drei Jahren die alte Klosterruine in Augenschein genommen. Seither habe sich der Efeubewuchs am Gebäude enorm vermehrt. Die Wurzeln der Pflanze würden sich in die Fugen des Mauerwerks bohren, was zu Schäden führt.

Außerdem gebe es offensichtliche Schäden durch Kletterer, bemängelten die Inspektoren beim Begutachten. Die Fachleute wollen nach der Bestandsaufnahme nun ein Konzept entwickeln, das die Bauwerksreste für die Nachwelt rette.. Der Plan soll daraufhin vor Ort vorgestellt werden.

Experten warnen vor Besichtigung

Die Eigentümerin der Klosterruine, Greta von Witzleben, befürchtet, dass das Bauwerk aufgrund der massiven Schäden nicht mehr durchgängig für Besucher zugänglich sein kann. „Es läuft mittelfristig auf eine vorübergehende Sperrung hinaus“, sagte sie.

Sven Rathjen und Martin Schiebe vom Monumentendienst mahnen aufgrund der vielen losen Steine bei der Begehung zur Vorsicht. „Auch wenn nur ein kleiner Stein herunterfällt, hat er eine hohe Kraft beim Aufprall“, warnen sie. Die Inspektoren stellten fest, dass bei früheren Sanierungsarbeiten vor 50 bis 100 Jahren Materialen benutzt wurden, die nicht zum Baumaterial des Gebäudes passten. Dadurch sei mehr Schaden angerichtet worden, als dass das Gebäude ausgebessert wurde.

 Weiterlesen: An der Klosterruine Hude nagt der Zahn der Zeit