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Bauland in Ganderkesee Wohnungsbauplan für Ganderkesee wird neu aufgerollt

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 01.09.2017, 00:10 Uhr

Im Ganderkeseer Rathaus ist ein beschlussreifer Bebauungsplan gestoppt worden. Eine kurzfristig angebotene Fläche soll in die Planung einbezogen werden.

Das Interesse an Bauland in Ganderkesee übertrifft das Angebot deutlich. Das gilt allemal für das recht kleine Neubaugebiet, das westlich des Brüninger Wegs und nördlich der bebauten Grundstücke am Albert-Schweitzer-Weg entstehen soll. Laut Peter Meyer, dem Chef des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Rathaus, gibt es über 100 Bewerber für eine wesentlich geringere Zahl an Baugrundstücken. Doch es wird nichts aus der von ihm favorisierten Baureife noch in diesem Jahr: Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat einstimmig bei drei Enthaltungen dafür plädiert, eine kurzfristig verfügbare Erweiterungsfläche in die Planung einzubeziehen.

Planung aus einem Guss

Die Warnung Meyers, damit müsse die fast abgeschlossene Planung neu aufgerollt werden, wurde am Donnerstagabend von der Politik in den Wind geschlagen. „Wir wünschen uns ein einheitliches Konstrukt“, sagte Ralf Wessel (CDU) vor dem Hintergrund einer möglichen Erweiterung der verfügbaren Fläche um rund 25 Prozent auf rund drei Hektar. Ein Eigentümer, der – laut Meyer trotz mehrfacher Ansprache – bisher nichts von Bauland auf seinem Grund wissen wollte, hat auf den letzten Drücker umgeschwenkt und 6000 Quadratmeter für die Erweiterung des Baugebiets nach Norden hin, Richtung Oldenburger Straße, angeboten.

Verwaltung warnt vor Unwägbarkeiten

„Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“, warnte Fachbereichsleiter Meyer mit Hinweis darauf, dass die Gemeinde nicht wisse, wie der Erschließungsträger auf die Verzögerung reagiert und welche Vorstellungen den nun dritten Flächeneigentümer dazu bewogen haben, mit ins Boot zu wollen. Die bisher vorgesehene Straße zur Erschließung des Neubaugebiets sei so angelegt, dass sie problemlos in die Erweiterungsfläche verlängert werden könne, wenn dafür ein zusätzlicher Bebauungsplan beschlossen worden sei. „Der Wendehammer liegt dann mitten im Wohngebiet und nicht am Ende“, hielt ihm Michael Sorg (Grüne) entgegen. Ins Gespräch gebracht wurde ein deutlich abweichender Straßenverlauf. Doris Josquin (SPD) wies darauf hin, dass bei einer Planung in zwei Schritten möglicherweise ein zweites Regenrückhaltebecken erforderlich wird.

Baustart verzögert sich

Peter Häger (SPD) gab sich wegen vieler schon abgearbeiteter Aspekte und Unstrittigkeit des Gesamtprojekts optimistisch, dass der Gemeinderat den neu aufgelegten Bebauungsplan noch vor Weihnachten absegnen kann. Fachbereichsleiter Meyer nannte dieses Zieldatum „außerordentlich unwahrscheinlich“. Er geht davon aus, dass sich die Bauwilligen bis Ostern 2018 gedulden müssen.