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Baumfällungen im Hasbruch 40.000 junge Eichen kehren in den Hasbruch zurück

Von Reiner Haase | 03.11.2018, 11:29 Uhr

Im Hasbruch ist die Holzernte auf 70 Hektar Fläche angelaufen. Sieben Hektar werden außerdem für die Eichenverjüngung freigeräumt. Das ist Starthilfe für Jungbäume aus der Eichelernte 2015.

Aus acht Tonnen Eichelernte im Jahr 2015 im Hasbruch sind auf Baumschulflächen 70000 junge Bäume gewachsen. Mit 40000 Pflanzen, inzwischen 1,20 Meter bis 1,50 Meter hoch, wird im Hasbruch bis Mai 2019 die langfristig angelegte Eichenverjüngung fortgesetzt. „Wir wollen erreichen, dass die nachfolgenden Generationen auch noch in ein paar hundert Jahren im Hasbruch einen Eichenwald vorfinden“, erläutert Revierförster Jens Meier die Frischzellenkur im Grünen. Die anderen 30000 jungen Bäume gehen in andere Wälder des Forstamts Neuenburg.

Naturschutzhat zugestimmt

Für die Eichenverjüngung in diesem Winter und Frühjahr sind mehrere Flächen im Hasbruch ausgewählt, insgesamt 7,1 Hektar groß. „Die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde haben wir am Dienstag bekommen“, berichtet er, „in einem Flora-Fauna-Habitat geht nichts ohne Genehmigung.“ Zumindest dann nicht, wenn eine Pflanzfläche freigeräumt werden soll, die größer ist als ein halber Hektar. Auf den Verjüngungsflächen bleiben nur die großen Eichen stehen.

Schädliche Insekten und Pilze

Der Revierförster zeigt eine typische Verjüngungsfläche: Zwischen einzelnen Eichen gibt es im Laubdach große Löcher, viel Himmel ist zu sehen, unten hat sich ein dichtes Hainbuchengestrüpp entwickelt. Vor 20 Jahren hat hier der Eichenprachtkäfer den von Frostspanner- und Eichenwicklerbefall gestressten großen Bäumen den Garaus gemacht. „Hainbuche ist nicht das, was wir wollen“, betont Revierförster Meier. Der Versuch unter seinem Vorgänger Heino Tielking, die Lücken mit Eschen zu schließen, begann vielversprechend, bis sich ein fieser Fadenpilz von Osten her über ganz Europa ausbreitete und das Eschensterben auslöste.

Prachtkäferfreier Wald

„Eschenverlust im Hasbruch: 100 Prozent“, berichtet Meier. Seither wird im Hasbruch wieder konsequent auf die Eiche gesetzt. Es wird genau hingeschaut. Jede Eiche mit Prachtkäferbefall wird sofort aus dem Wald genommen. „Der Hasbruch ist prachtkäferfrei“, sagt Meier zur aktuellen Lage.

Holzernte angelaufen

Hasbruchbesucher finden in diesem Winter an wechselnden Orten gesperrte Wegabschnitte. Eine Erntemaschine, bodenschonend auf 80 Zentimeter breiten Ketten, lichtet 70 Hektar des 630 Hektar großen Walds aus, damit die stehengebliebenen Bäume optimal gedeihen können. Sie zerlegt schlanke Bäume in handliche Stücke und legt große Eichen in Gänze zur Nachbearbeitung per Hand zur Seite. Rückemaschinen werden folgen und das Holz zum Abholen stapeln. „Die dicksten Bäume werden per Hand gefällt“, berichtet Meier, allerdings erst, wenn das Laub gefallen ist und kein toter Ast übersehen werden kann, der herabstürzen könnte.

5000 Pflanzen pro Hektar

Auf den freigeräumten Verjüngungsflächen bohrt ein Bagger von Ende Januar bis Mai 5000 Pflanzlöcher pro Hektar, 40 bis 50 Zentimeter tief. Die jungen Eichen wurzeln somit in einer Bodenschicht, die nicht so stark von Stickstoffeintrag aus der Luft übersäuert ist wie die obersten 20 Zentimeter.

Wenige Eichen überleben

Auch bei besten Startbedingungen werden nur die wenigsten Eichen richtig alt. Regelmäßig durchforstet, bleiben im Hasbruch am Ende 20 bis 30 Eichen pro Hektar übrig.