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Baumschutz im Landkreis Oldenburg Hockensberger Buchen droht die Fällung

Von Reiner Haase | 03.12.2018, 20:48 Uhr

Hockensberg/Landkreis Oldenburg. Im Kreishaus werden heute die Weichen für die Zukunft einer Buchenreihe in Hockensberg gestellt. Anwohner fordern den Erhalt der Bäume. Die Kreisverwaltung sieht sie als zu stark geschädigt an.

Der Umweltausschuss des Kreistags macht sich am Dienstag, 4. Dezember, vor Ort ein Bild über den Zustand einer Buchenreihe an der Iserloyer Straße in der Dötlinger Bauerschaft Hockensberg. Der Lokaltermin ist für 15 Uhr vereinbart. Anschließend, ab 16 Uhr, soll das Gremium im Kreishaus die Weichen für die Zukunft der Bäume stellen. Örtliche Akteure, auch der Heimatverein Hockensberg, haben den Antrag eingereicht, die Buchenreihe zu einem Naturdenkmal zu machen. Die Kreisverwaltung sieht keine Schutzbedürftigkeit.

Baumreihe an Gewerbegebiet

Der Streit um die Buchenreihe ist verknüpft mit der Planung eines Gewerbe- und Industriegebiets im Dreieck zwischen der Bundesstraße 213, der Iserloyer Straße und der Nebenstraße Brakland. Diese Planung treiben die Gemeinden Dötlingen und Prinzhöfte sowie die Stadt Wildeshausen mit Unterstützung des Landkreises als interkommunales Projekt voran.

Konträre Baumgutachten

Eine Rolle spielt auch, dass es in diesem Bereich der Iserloyer Straße eine Lücke im Radwegenetz gibt und dass die Straße von Schlaglöchern übersät und stark sanierungsbedürftig ist. Die Kreisverwaltung beruft sich auf ein Baumgutachten, dem zufolge die Buchen stark vorgeschädigt sind und Bauarbeiten an der Straße und für einen Radweg nicht überleben würden. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Buchen an der Südseite der Iserloyer Straße zu fällen und stattdessen die lockere Baumreihe an der Nordseite aufzuwerten. Auch die Bürgerinitiative vor Ort beruft sich auf ein Baumgutachten, dem zufolge die Buchen noch Jahrzehnte überleben können.

Mehr Geld für Wallhecken

Im Umweltausschuss berichtet die Verwaltung auch über die Pflege von Naturdenkmälern und Kompensationsflächen. Die Förderrichtlinie für das Anlegen und die Pflege von Wallhecken soll mit günstigeren Bedingungen für die Aktiven überarbeitet werden. Die im trockenen Sommer 2018 erlassene Waldbrandverordnung soll aufgehoben werden. Schließlich geht es um die Naturschutzregeln für das Gebiet Tannersand/Gierenberg, für den Hasbruch und für den Stühe.